Archiv des Schlagwortes ‘RWE’

Eon, RWE & Co.: Brennelementesteuerschwindler

Dienstag, den 22. Juni 2010

Am Mittwochnachmittag will sich Angela Merkel im Kanzleramt mit den Spitzen der vier großen Energieversorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW treffen. Ein Dreivierteljahr nach der Bundestagswahl will Schwarz-Gelb nun auf höchster Ebene mit den Akw-Betreibern über eine mögliche Laufzeitverlängerung für ihre alten Reaktoren reden. Doch inzwischen ist die Stimmung gereizt. Die einst sicher scheinende Anhebung des Rentenalters für Atomkraftwerke wackelt, stattdessen hat die Bundesregierung im Rahmen ihres „Sparpakets“ eine Brennelementesteuer beschlossen.

Jährlich 2,3 Milliarden Euro wollen sich die Konzerne natürlich nicht einfach nehmen lassen. Weshalb sie im Vorfeld bereits mächtig Druck machten und mit Klage gegen die Steuer drohten. Es gebe „erhebliche Rechtsfragen“, zitierte die Süddeutsche Zeitung am Wochenende eine anonyme Quelle bei RWE. Und Eon ließ verlauten

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Das ist – gelinde gesagt – Quatsch, wurde am nachrichtenarmen Wochenende aber trotzdem von zahlreichen Medien aufgegriffen und weiterverbreitet.

Korrekt an der Behauptung der Atomlobby ist, dass mit Inkrafttreten des Energiesteuergesetzes vor vier Jahren fossile Brennstoffe generell nicht besteuert werden, wenn sie zur Stromerzeugung verwendet werden. (Dies gilt für die Kraftwerksbetreiber, hingegen zahlen die Endverbraucher eine Stromsteuer von derzeit rund zwei Cent pro Kilowattstunde.) Korrekt ist weiterhin, dass auch die EU-Energiesteuer-Richtlinie 2003/96/EG sogenannten „Energieerzeugnisse“ wie Mineralöl oder Erdgas grundsätzlich steuerfrei stellt, wenn sie zur Elektrizitätsgewinnung verbrannt werden. Doch die Akw-Betreiber verschweigen, dass Uran in Artikel 2, wo „Energieerzeugnisse“ im Sinne dieser EU-Richtlinie definiert werden, gar nicht erwähnt ist. Und dann auch noch in Artikel 14, Absatz 1. a), wo die grundsätzliche Steuer-Befreiung zum Zwecke der Stromerzeugung verankert ist, eine wichtige Einschränkung folgt:

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Im Klartext: Die Atomlobby beruft sich auf eine EU-Richtlinie, die eigentlich gar nicht für sie gilt – und außerdem sehr wohl eine Besteuerung zulässt. Und umweltpolitische Gründe für eine Belastung von Akw-Brennelementen gäbe es genug. Denn anders als bei fossilen Kraftwerksbrennstoffen verzichtet der Staat bisher beim Uran, ihm seine ökologischen Folgeschäden in Rechnung zu stellen. Diese (so der Fachjargon) „externen Kosten“ sind bei der Atomkraft immens, man denke nur an das absaufende Atommüll-Lager Asse oder die Behandlungskosten für Krebs durch Niedrigstrahlung, von den nur teilweise versicherten Schäden eines Reaktorunglücks ganz zu schweigen. Die Betreiber von Erdgas- oder Kohle-Kraftwerken werden bekanntlich im Rahmen des CO2-Emissionshandels der EU für ihre ökologischen Folgeschäden zur Kasse gebeten, zumindest teilweise. Bei Atomreaktoren hingegen fallen diese Kosten nicht an. Dies sei ein „ungerechter Wettbewerbsvorteil“, sagt Swantje Küchler vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), das kürzlich im Auftrag von Greenpeace ein Atomsteuerkonzept verfasst hat. Mehr noch: Der wegen des Emissionshandels allgemein gestiegene Strompreis erhöht sogar die ohnehin üppige Gewinnmargen der Akw-Betreiber und spült ihnen fette Extra-Gewinne in die Kassen. Die Brennelementesteuer wäre also keine Diskriminierung, wie die Atomlobby behauptet, sondern eine überfällige Gleichbehandlung.

Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka zeigte sich vergangene Woche angesichts der schwarz-gelben Steuerpläne öffentlich besorgt und „in höchstem Maße verwirrt“. Komisch. Denn ausgerechnet in Schweden, seinem Heimatland, gibt es seit langem eine Atomsteuer – ohne dass sie juristischen oder irgendwelche anderen Probleme bereitete. Sie brachte der dortigen Regierung im vergangenen Jahr umgerechnet 350 Millionen Euro ein. Beim Treffen im Kanzleramt am Mittwochnachmittag könnte Merkel den Herrn Hatakka ja mal daran erinnern.


RWE: Jobs für die Energie von gestern

Donnerstag, den 20. Mai 2010

Sechsmal im Jahr veröffentlicht der SPIEGEL ein Sonderheft für Studierende, den UniSPIEGEL. rwe_jobs1Jeweils 220.000 Exemplare werden kostenlos an Hochschulen verteilt oder einem Teil der Abo-Exemplare des Mutterblattes beigelegt. Um „Karrieremöglichkeiten“ gehe es in der Zeitschrift, heißt es in einer Selbstdarstellung, und um die Frage, in welchen Branchen „die Zukunft“ liege. Der Energieriese RWE versucht in der aktuellen Ausgabe, mit einer ganzseitigen Anzeige die Frage selbst zu beantworten.

In der Annonce hält ein junger Mann ein Schild mit der Aufschrift: „Ich will, dass auch die Umwelt Karriere macht!“ Die Tafel verdeckt sein halbes Gesicht – als wolle er nicht erkannt werden. Was man ja durchaus verstehen könnte, wo er doch hier zweifelhafte Werbung macht für Europas größten Verursacher von Kohlendioxid.

Im Kleingedruckten heißt es dann:

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Naja, dass ein „Energieversorger erneuerbar sein sollte“, glauben auch wir. Doch bei dem Essener Konzern klafft eine große Lücke zwischen solch flotten Worten und der Realität: Gerade einmal 15 Prozent seiner insgesamt geplanten Investitionen will RWE in den Bereich Erneuerbare Energien stecken, ergab im vergangenen Jahr eine Analyse des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag von Greenpeace. In Kohle- und Atomkraftwerke, so die Studie, wolle der Energieriese in den kommenden Jahren rund 16 Milliarden Euro investieren – hingegen stünden für Erneuerbare Energien nur rund 5 Milliarden bereit.

Dieses Bild bestätigt sich, wenn man sich auf der Website zur Annonce die Jobangebote des Konzerns genauer anschaut. Klar, da gibt es auch einige Ausschreibungen der Konzerntochter RWE Innogy, in der die Öko-Aktivitäten des Unternehmens gebündelt sind, etwa für „Projektentwickler Windenergie“ oder einen „Referenten Wasserkraft“. Doch daneben sucht der Konzern Leute, die

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arbeiten sollen – also dort, wo pro Kilowattstunde erzeugtem Strom mehr Kohlendioxid ausgestoßen wird als bei jeder anderen Art von Kraftwerk. Gleich zehn Stellen werden im hessischen Biblis angeboten – dort betreibt RWE bekanntlich eines der störanfälligsten Atomkraftwerke Deutschlands, gegen dessen veraltete Sicherheitstechnik die Ärzteorganisation IPPNW seit Jahren prozessiert. Und reihenweise finden sich Jobs wie diese:

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Wirklich interessant, was RWE für „erneuerbar“ hält und mit „Energie von morgen“ meint…

Danke an Christian B. aus Leipzig für den Hinweis


RWE: Kohle + Kohle = Klimaschutz

Sonntag, den 20. Dezember 2009

Wie so viele andere Firmen wollte auch RWE sich die Chance nicht entgehen lassen, den Klimagipfel von Kopenhagen für Imagewerbung zu nutzen. Und weil der Essener Konzern so superkreative Werber hat, kam genau das Motiv heraus, was einem als erstes bei den Stichworten „Kopenhagen“ und „Umwelt“ einfällt: Die kleine Meerjungfrau aus dem Kopenhagener Hafen hält eine Erde in der Hand. In der aktuellen ZEIT ist das Motiv beispielsweise zu finden.

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Im Text der Annonce schmückt sich RWE damit, weltweit ganz, ganz viele Klimaprojekte durchzuführen,

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In Sambia, heißt es weiter, bekämen 30.000 Haushalte dank RWE effizientere Kocher, damit im Land weniger Bäume abgeholzt werden müssen. Toll!

Doch nicht aus purer Menschenfreundlichkeit betreibt RWE solche Projekte, sondern weil der Konzern sich die anderswo erbrachten CO2-Einsparungen zuhause auf die Klimabilanz anrechnen lassen kann. „Clean Development Mechanism“ (CDM) heißt das Prinzip. Es wurde im Rahmen des Kyoto-Protokoll eingeführt und erlaubt eine Art weltweiten Emissionshandel: Seit 2005 müssen Kraftwerksbetreiber in Europa bekanntlich so viele CO2-Zertifikate vorweisen, wie ihre Anlagen jährlich ausstoßen. Den größten Teil bekommen sie bisher geschenkt – aber weil RWE besonders ineffiziente Braunkohlekraftwerke betreibt, muss der Konzern etwa ein Drittel der benötigten Zertifikate zukaufen. Und eine besonders preiswerte Möglichkeit sind CDM-Projekt im Ausland. Rund 40 Mitarbeiter kümmern sich in der Essener Konzernzentrale allein um die Zertifikatebeschaffung, satte 1,1 Milliarden Euro musste RWE dafür nach eigenen Angaben im Jahr 2008 ausgeben.

Unter Umweltschützern aber wird der „Clean Development Mechanism“ heftig kritisiert. Denn ob die CO2-Sparmaßnahmen in fernen Ländern wie Sambia wirklich stattfinden, lässt sich schwer kontrollieren. Viele Projekte, das ergab vor zwei Jahren eine Studie im Auftrag des WWF, wären auch ganz ohne Zutun von Konzernen wie RWE gestartet. Friends of the Earth nennt CDM eine „gefährliche Ablenkung“: Durch billige Maßnahmen in den Entwicklungsländern könnten sich nämlich die Industriestaaten zu lange darum drücken, ihre eigene Wirtschaft auf CO2-arme Gleise zu setzen.

Ein besonders bizarres Projekt hat die Organisation CDM-Watch anlässlich des Klimagipfels bekanntgemacht: In der chinesischen Stadt Ningbo (Distrikt Beilun, Provinz Zhejiang) beteiligt sich RWE am Bau eines Kohlekraftwerks. Weil es technisch auf dem neuesten Stand sei, würden dadurch mehr als 460.000 Tonnen CO2 pro Jahr gespart, heißt es in den Projektunterlagen, die beim UN-Klimasekretariat zur Anerkennung eingereicht wurden. Laut CDM-Watch aber wäre das Kraftwerk sowieso gebaut worden. Eine reale CO2-Einsparung bedeutet es ohnehin nicht, denn es ist ja ein neues Kraftwerk, das den steigenden Energiebedarf Chinas decken soll. Doch RWE will Zertifikate aus diesem Projekt als CO2-Minderung in Europa anrechnen lassen, für sein neues Riesenkraftwerk in Neurath etwa bräuchte der Konzern dann weniger Zertifikate hierzulande teuer einkaufen. Im Klartext: RWE investiert in China in ein Kohlekraftwerk und kann damit Kohlekraftwerke in Deutschland verbilligen. Genial, oder?

Nun versteht man auch, warum sich RWE so für den UN-Klimagipfel interessiert – und warum der Konzern CDM-Projekte in einem neuen Klimaabkommen verankert wissen will.

rwe_kopenhagen_zitRWE-Chef Jürgen Großmann fordert das nicht nur auf der Firmenwebsite, sondern reiste auch höchstpersönlich nach Kopenhagen. Er würde gern alle Klimapflichten ins Ausland verlagern dürfen, auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) verlangt einen „Ausbau“ der CDM-Projekte. Wieso, erklärt bündig Wolfgang Sterk vom Wuppertal Institut: „CDM ist kein Instrument für den Klimaschutz, sondern zur Senkung der Kosten für die Industrieländer. Für die Atmosphäre ist der Mechanismus bestenfalls ein Nullsummenspiel.“


RWE: Wir kaufen uns die Bravo

Sonntag, den 1. November 2009

Mit Propaganda-, äh, Informationskampagnen kann man gar nicht früh genug anfangen. Vattenfall oder BP setzen dabei auf Schulbesuche und vorgefertigte Unterrichtsmaterialien. RWE ist cleverer: Weil die Kids auf Lernen sowieso keinen Bock haben, so das offensichtliche Kalkül, fängt man sie halt in ihrer Freizeit. Jedenfalls kooperiert der Essener Energieriese neuerdings mit der Bravo, Deutschlands größter Jugendzeitschrift mit derzeit 555.000 Stück wöchentlicher Auflage.

Das Blatt hatte – mit sicherem Gespür für Interessen und Sorgen der Zielgruppe – im April eine Kampagne „Bravo Goes Green“ gestartet.

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Auf Sonderseiten und im Internet wird seitdem über Ursachen und Folgen der Erderwärmung informiert – in jugendgerechter Sprache und Aufmachung natürlich, aber durchaus kompetent. rwe_bravo2Auf der zugehörigen Website etwa tritt Klimaexperte Mojib Latif in kleinen Erklär-Filmchen auf. Unmissverständlich nennt Bravo die Braunkohle, was sie ist: „Gift fürs Klima“. Die Erde sei nur zu retten, heißt es zutreffend, wenn „wir auf alternative Energien setzen“.

Umso überraschender ist, dass sich zeitgleich mit „Bravo Goes Green“ ausgerechnet RWE, der größte Braunkohleförderer Deutschlands, in dem Blatt an die Jugend ranschmeißen darf. „Fun up – Energy down“ heißt eine gemeinsame „Aktion“ des Magazins mit dem Stromriesen, in der es irgendwie um Stromsparen gehen soll.

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Unter anderem werden die Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, lustige Stromspartipps einzusenden, wofür es dann Preise geben soll. Das Ganze bewegt sich etwa auf diesem Niveau:

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Was im Bereich Strom am meisten fürs Klima brächte, wäre der Wechsel zu einem Ökostromanbieter. Aber davon ist natürlich nirgends die Rede. Ohnehin scheint die Aktion nur einen Zweck zu haben: auf ganz supermegawitzige Weise Jugendliche zu erreichen. Unverblümt wird ringsherum mit blinkenden Bannern geworben: für den „RWE-Autostrom“ – unter dieser Marke will der Kohleriese seinen bislang winzigen Anteil Ökoenergie publikumsträchtig vermarkten. Oder für einen „Schulwettbewerb zur Energieeffizienz“, den RWE regelmäßig veranstaltet. Das Logo der Klima-“s*cooltour“ , die auch Partner bei „Bravo Goes Green“ war, sowie ein paar Starfotos von Johnny Depp, Leonardo di Caprio & Co. gibts noch – das wars.

Auf der Website steht kryptisch „Promotion“ über allen Texten – was wohl bedeutet, dass sie gekauft sind. Im gedruckten Heft findet sich über der Doppelseite zur Aktion immerhin das Wort „Anzeige“ – allerdings klein und unauffällig. Im Inhaltsverzeichnis dagegen ist die RWE-Propaganda aufgeführt wie ein redaktioneller Text.

Wie „Bravo Goes Green“ und die Kooperation mit Europas größtem Verursacher von Kohlendioxid zusammenpassen, fragten wir den Bauer-Verlag, wo das Blatt erscheint. Beide Aktionen liefen „unabhängig“ voneinander, lautete die Antwort der Sprecherin, man möge das bitte „nicht vermischen“. Laut Anzeigenpreisliste bringt eine verkaufte Doppelseite in der Bravo dem Verlag 73.713 Euro (zzgl. MwSt.) – vielleicht ist das auch eine Antwort.

Danke an Clara G. für den Hinweis


RWE: Autostrom aus unbekannter Quelle

Freitag, den 18. September 2009

Stets „voRWEg gehen“ möchte der Essener Energieriese RWE nach eigener Darstellung, weswegen der Konzern nun auch damit beginnt, in deutschen Großstädten Ladestationen für Autostrom zu installieren. In Berlin gibt es laut Unternehmenswebsite bereits 56 E-Tankstellen, bis 2010 sollen es stolze 500 sein – obwohl bundesweit 2008 gerade einmal 1436 Elektroautos zugelassen waren. Und fast alle neuen E-Wagen, um die etwa auf der Automesse IAA so viel Wind gemacht wird, sind bisher lediglich Prototypen. Trotzdem lässt RWE in einer aufwändigen Werbekampagne schon mal „Super-Ingo“ für sich auftreten.

Nach Angaben des Unternehmens gehen „die RWE-Experten … davon aus, dass schon 2020 bis zu 2,5 Millionen Elektro-Autos auf Deutschlands Straßen fahren werden“. Das ist – gelinde gesagt – sehr optimistisch. Nach Prognosen des Instituts für Entsorgung und Umwelttechnik (IFEU) und der Bundesregierung werden in elf Jahren nur rund eine Million E-Autos unterwegs sein. So oder so wird die Elektromobilität fürs Klima vorerst ziemlich egal bleiben. Selbst im RWE-Szenario würden 2020 immer noch mehr als 90 Prozent der hierzulande zugelassenen PKW mit Verbrennungsmotoren fahren. „Kurzfristig und in der nahen Zukunft ist von Elektromobilität kein nennenswerter klimaschützender Beitrag zu erwarten“, so Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte bei Greenpeace.

Die wichtigste Frage ist freilich, woher der Strom für die Elektroautos kommen soll. RWE wirbt neuerdings mit „100 Prozent Strommengen aus regenerativen Energiequellen“, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass sich die Vorstellung des neuen Projekts „e-mobility Berlin“ vor ziemlich genau einem Jahr, bei der RWE und Daimler stolz einen neuen stromgetriebenen Smart präsentierten, ziemlich schnell als grüne Nebelkerze erwies. Denn: Fährt ein E-Smart mit Strom aus dem konventionellen RWE-Mix, stößt dieser sogar mehr CO2 aus als das gleiche Modell mit Dieselmotor.

Doch selbst wenn der neue Autostrom tatsächlich ausschließlich aus erneuerbaren Quellen stammt, bedeutet das nicht automatisch einen Nutzen fürs Klima. Einen positiven Klimaeffekt haben Elektroautos nämlich nur, wenn für sie auch wirklich neue Ökostromkapazitäten installiert wurden. Andernfalls würde der grüne Autostrom ja lediglich aus dem bisherigen Energiemix ausgekoppelt, andere Kunden bekämen dann einfach etwas dreckigere Elektrizität. Ohnehin sollte man Ökostrom dort verwenden, wo er am meisten Kohlendioxid vermeiden kann – und das ist eher nicht der Autoverkehr. Wenn grüne Elektriztität etwa in Haushalten den bisherigen Strom aus Braunkohlekraftwerken ersetzt, wird vermutlich mehr CO2 vermieden, als wenn ein Elektroauto damit ein paar Kilometer fährt und das Benzin spart. Wir hätten zu gern gewusst, woher genau der RWE-Autostrom denn nun stammt. Unsere Frage danach ließ das Unternehmen leider unbeantwortet.

Auch Eon hat bereits ein eigenes Projekt mit E-Minis in Bayern gestartet. Dort hieß es in einer Pressemitteilung zum Start, die Fahrzeuge sollten mit „vorzugsweise regenerativ erzeugtem Strom“ versorgt werden. „Wir wissen selbst noch nicht, mit welchem Strom die Tankstellen in Zukunft betrieben werden könnten“, sagte Eon-Sprecher Stefan Pursche auf Anfrage und war damit wenigstens ehrlich. „In den nächsten drei bis vier Jahren wird sich auf dem Elektroautomarkt ohnehin nicht viel tun.“ Zwar sei vorstellbar, künftige Eon-Tankstellen mit Erneuerbaren zu versorgen, aber „man muss ja nicht alles erneuerbar machen“, so Pursche.

In der Tat. Vor allem dann nicht, wenn man hier und dort noch Kohlekraftwerke herumzustehen hat – oder für seine hochprofitablen Akw von einer möglichen schwarz-gelben Bundesregierung grad eine Laufzeitverlängerung geschenkt bekommen hat.

Danke an Christian B. für den Hinweis


RWE: Zwei Filme über den Märchenfilm

Dienstag, den 18. August 2009

Vor einem Monat brachte der größte CO2-Verursacher Europas, RWE, einen süßlichen Werbefilm in die Kinos – und wir schrieben darüber. Nun gibt es auch zwei Videospots, in denen die grünen Lügen Wahrheiten des Essener Stromkonzerns richtiggestellt werden. Der erste wurde von Unbekannten unter dem Nickname „TheSugarapple“ auf YouTube veröffentlicht.

Das zweite, aufwändigere Filmchen stammt von Greenpeace.

Das Werbemagazin Horizont berichtete gleich gestern über die RWE-Persiflage. Die Kommentare der Leser auf der Horizonte-Website zeugen von Schadenfreude: „Das ist peinlich für RWE“, schrieb gleich der erste. „Der Agentur würde ich riesig in den A**** treten.“ Betreut wird RWE vom Werberiesen Jung von Matt (JvM), einer der renommiertesten Adresse der Branche. „Tatsache ist“, schreibt ein anderer Horizonte-Leser, „dass hier die Strategie-Abteilung von JvM gepennt hat“.

Danke an TheSugarapple für das Filmchen,
wir freuen uns über jede Weiterverbreitung unserer Argumente


RWE: Das Riesen-Märchen vom guten Konzern

Freitag, den 17. Juli 2009

„Was haben Harry Potter und der RWE Energieriese gemeinsam?“, fragt der Essener Konzern neuerdings auf seiner Internetseite. Und gibt die Antwort sicherheitshalber gleich selbst: „Beide verändern die Welt, beide sind fantastisch und beide sind ab 16. Juli 2009 gemeinsam im Kino zu sehen.“

Genau: Der europaweit größte Verursacher von Treibhausgasen versucht jetzt, im Rahmen seiner millionenschweren Imagekampagne „voRWEg gehen“ auch (kleine und große) Kinder zu erreichen. Dazu hat er sich einen süßen Trickfilm im Stile des Blockbusters „Shrek“ produzieren lassen. Unterlegt mit dem populären amerikanischen Kinderlied „I love the Mountains“ wacht dort im Morgengrauen ein freundlich guckender, etwas tolpatschig wirkender Riese auf. Dann stapft er durch den Tag, stellt Windräder und Unterwasserturbinen auf, repariert eine verhedderte Hochspannungsleitung und macht andere putzige Sachen. Echt süß!

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Die Trickfilmfigur, erklärt RWE auf seiner Website, stehe „für Sympathie, Nähe und Tatkraft im XXL-Format und ist damit ein Sinnbild für gesundes Selbstbewusstsein“. Doch Windkraftanlagen, die in dem Film an erster Stelle präsentiert werden, besitzt der Stromkonzern hierzulande fast keine – mit 43 Megawatt Leistung machten sie laut einer Studie im Auftrag von Greenpeace im Jahr 2008 gerade 0,1 Prozent des RWE-Kraftwerksparks aus (im Bundesdurchschnitt trägt Windkraft bereits mit circa 7 Prozent zur Stromerzeugung bei). Investiert der sympathische Energieriese wenigstens so viel wie möglich in den Ausbau dieser klimaschonenden Energieart? Naja. Laut erwähnter Untersuchung fließen in den kommenden Jahren gerade mal schlappe 15 Prozent der gesamten RWE-Kraftwerksinvestitionen in erneuerbare Energien. Für neue klimaschädliche Kohlekraftwerke wird ein Vielfaches der Windkraft-Investitionen ausgegeben.

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So ähnlich geht es weiter: Das Meeresströmungskraftwerk, das der Riese hier errichtet, existiert in der Realität bisher nur auf dem Reißbrett. Die Hochspannungsmasten von RWE, die gezeigt werden, gerieten vor ein paar Jahren in die Schlagzeilen, weil sie im Winter umknickten und zu einem Gutteil noch aus der Vorkriegszeit stammten. rwe_riese4klUnd die Förderung von Braunkohle, aus der RWE den mit Abstand größten Teil seines hierzulande erzeugten Stroms gewinnt, wird in dem Filmchen in zehn kurzen Sekündchen gezeigt – doppelt so viel Zeit räumen die RWE-Werber der anschließenden Renaturierung der geschundenen Landschaft ein, symbolisiert durch das Ausrollen von Rollrasen durch den niedlichen Riesen. Die 170 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 aber, die der Konzern mit all seinen Tochterfirmen jährlich verursacht (die Menge entspricht etwa einem Fünftel der deutschen Gesamtemissionen), wird überhaupt nicht erwähnt. Ebenso ausgeblendet bleiben die fünf Atomkraftwerke, in denen RWE hierzulande fast 20 Prozent seines Stroms erzeugt.

Noch etwas also haben Harry Potter und „der RWE-Energieriese“ gemeinsam: Es sind beides wunderschön ausgedachte Märchen.

Danke an Björn M. für den Hinweis


Bild: Sechs Lügen für die Atomkraft

Mittwoch, den 8. Juli 2009

Nach dem wiederholten Störfall im AKW Krümmel sind die hochprofitablen Reaktoren von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW unter Druck geraten – passend dazu präsentiert Deutschlands größte Boulevardzeitung heute auf Seite 2 in großen Lettern „Die 7 Wahrheiten über unsere Energie“. Sechs davon sind – nunja – blanke Propandalügen:

„Weltweit werden derzeit 42 Kernkraftwerke gebaut“, lautet Bild-Wahrheit Nr. 1. „Weitere 81 sind beantragt oder geplant – auch in unseren Nachbarländern Frankreich, Polen, Schweiz und Tschechien.“ – Die wahre Wahrheit ist: Von den gut 40 weltweiten AKW-Baustellen kommen manche seit Jahrzehnten nicht voran. Andere machen vor allem Schlagzeilen dadurch, dass Sicherheitsprobleme auftreten oder die Kosten explodieren. Selbst wenn alle diese Reaktoren ans Netz gehen, werden sie die gleichzeitig aus Altersgründen stillzulegenden AKW nicht ersetzen können. Und was ist mit Polen? Tatsächlich sieht das Regierungsprogramm „Die Energiepolitik Polens bis 2025“ einen Reaktorneubau vor. Nach einem Standort wird gesucht, unter anderem in unmittelbarer Nähe zum uckermärkischen Nationalpark Unteres Odertal. Doch weil 80 Prozent der Polen gegen Atomstrom sind, erwägt die Regierung, sich lieber an einem neuen Reaktor in Litauen zu beteiligen.

Bild-Wahrheit Nr. 2: „Unsere Stromversorgung bricht ohne Atomkraft zusammen!“ – Das hat man besonders gut im vergangenen Jahr beobachten können: Obwohl sieben Atomkraftwerke längere Zeit stillstanden, exportierten Deutschlands Stromkonzerne 22,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das ist etwa so viel, wie vier mittlere AKW im Jahr produzieren.

„Experten sagen voraus, dass sich der weltweite Strombedarf bis 2030 verdoppeln wird“, lautet Bild-Wahrheit Nr. 3. „Ohne Atomkraft ist die gigantische Energienachfrage nicht zu stillen.“ – Auch das ist Quatsch. Um den wachsenden Energiehunger weltweit mit AKW decken zu können, müssten Tausende neue Reaktoren gebaut werden – auch in vielen Ländern, die heute noch nicht über AKW verfügen. Das aber würde nicht nur die Gefahr eines katastrophalen Störfalls und der unkontrollierten Weiterverbreitung von Atomwaffen vervielfachen, auch der Brennstoff Uran würde in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehen.

Bild-Wahrheit Nummer 4: „Sonne und Wind können Atomkraft nicht ersetzen. Gerade mal 11 Prozent unseres Stromes stammen aus Wind, Wasser und Sonne.“ – Die Wahrheit jenseits von Bild: Der Anteil aller erneuerbaren Energien an der deutschen Stromerzeugung lag nach den Erhebungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 2008 bei 15,1 Prozent. Vermutlich wäre er noch größer gewesen, wenn die Netze nicht ständig mit Atomstrom blockiert wären: Bläst beispielsweise im Norden der Wind kräftig, müssen dort die Windräder abgeschaltet werden, weil die Stromnetze das Mehr an grüner Energie nicht fassen können.

„Atomstrom gehört zu den günstigsten Energiearten“, heißt es bei Bild als Wahrheit Nr. 5. „Die Herstellung einer Kilowattstunde kostet 2 Cent, bei Braunkohle sind es 5 Cent, bei Solarstrom 40 Cent.“ – Das mag stimmen, aber über niedrige Erzeugungskosten freuen sich vor allem die Konzerne. Beim Endkunden kommt davon wenig an. Und die Windkraft, die Bild geflissen verschweigt, ist mit rund neun Cent Erzeugungskosten bereits fast konkurrenzfähig.

„Der Ausstieg gefährdet den Standort Deutschland“, lautet Bild-Wahrheit Nr. 6. „Für energieintensive Branchen wie Auto, Stahl und Maschinenbau ist eine sichere und bezahlbare Stromversorgung von großer Bedeutung.“ – Wie „sicher“ die Stromversorgung aus den pannenanfälligen deutschen AKW ist, hat der Fall Krümmel gerade wieder gezeigt. Ingroßen Teilen von Hamburg brach die Strom- und Wasserversorgung zeitweise zusammen. Was Bild verschweigt: Der größte Jobmotor des vergangenen Jahrzehnts waren die erneuerbaren Energien. Seit 1998 nahm die Zahl der Arbeitsplätze in dieser Branche um 332 Prozent zu (auf 285.000 im Jahr 2008). In der AKW-Branche sank sie um 21 Prozent (auf 30.000). Und auch die viel gelobte Autoindustrie stagnierte bei einem Plus von fünf Prozent (745.000 Jobs 2008). 2020 werden die Ökoindustrien, so eine Prognose der Roland-Berger-Unternehmensberatung, satte 14 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften – doppelt so viel wie heute.

Einzig der Wahrheit Nr. 7 können wir zustimmen: „Das Problem Atomabfall ist ungelöst“, so Bild endlich einmal zutreffend. „Es gibt nach wie vor kein Endlager für den hoch radioaktiven Atomabfall (pro Jahr 400 Tonnen) in Deutschland.“

Bild schreibt immer die Wahrheit. Wer ihr mögliche Rücksichtnahme auf die Interessen von Großkonzernen unterstellt, den fährt Springer-Chef Mathias Döpfner schon mal brüsk an: „Also, jetzt wird’s ungemütlich. Sie stellen die redaktionelle Integrität der Bild-Zeitung infrage.“

Danke an Elias P. aus Berlin und Volker U. aus Aurich für die Hinweise


RWE: Falsche Werbung für Strom(ver)heizer

Freitag, den 5. Juni 2009

RWE-Chef Jürgen Großmann hat dolle Sache angekündigt. So will der Essener Stromriese in den kommenden Jahren viel etwas Geld in Erneuerbare Energien stecken, beispielsweise in Windkraftprojekte oder Biomasse-Kraftwerke. Energieeffizienz ist laut Großmann ebenso eine der zentralen „Herausforderungen“ – eine eigene Tochtergesellschaft für dieses Feld soll entstehen, der Universität Dortmund hat der Konzern kürzlich für eine halbe Million Euro eine Professur für Energieeffizienz gestiftet.

Fast hätten wir RWE dieses Engagement abgekauft. Denn auch mit der Dienstleistung Energiesparen kann ein Konzern ja gutes Geld verdienen. Und nun das: Für seine Kunden hat RWE einen fast 100 Seiten dicken „Energiekatalog 2009″ aufgelegt. Dass das Unternehmen sich darin selbst feiert – klar. Dass man Atomkraftpropaganda unterbringt („Kernenergie hilft, die Erneuerbaren in der Grundlast abzusichern“, heißt es etwa – was völliger Humbug ist, denn in Wahrheit taugen unflexibel laufende Reaktoren eben NICHT als Ergänzung von schwankender Wind- oder Solarenergie); aber o.k. – auch das war nicht anders zu erwarten. Doch dann, auf Seite 59 des Katalogs, preist RWE Nachtspeicherheizungen an – und das sogar in der Rubrik „Energie sparen“!

Auf einer ganzen Seite werden dort die falschen Argumente ausgebreitet, die Hersteller von Stromheizungen so gern bemühen: „Effizient und nahezu vollständig wandelt die Elektrospeicherheizung Strom in Wärme um“, heißt es etwa. Was streng genommen sogar stimmt – aber eben verschweigt, dass die vorherige Elektrizitätserzeugung durch Umwandlung von Wärme in Strom in den von RWE bevorzugten Kohlekraftwerken extrem ineffizient ist. „Die Elektro-Speicherheizung ist das Heizsystem der kurzen Wege“, schreibt RWE weiter, es entstehe „kein Verteilungsverlust, denn die Wärme wird dort erzeugt, wo sie verbraucht wird.“ Auch das ist Käse, denn bevor die Wärme in der Nachtspeicherheizung entsteht, ist der Strom aus den RWE-Kraftwerken oft über weite Strecken dorthin transportiert worden – mit entsprechenden Leitungsverlusten.

Aber wir brauchen hier gar nicht viele Worte machen. RWE weiß nämlich selbst, worauf Umwelt- und Verbraucherschützer immer wieder hinweisen – dass nämlich Elektroheizungen ineffizient, klimaschädlich und außerdem teuer sind. Auf seiner eigenen Internetseite bietet der Stromkonzern einen „Heizsystem-Vergleich“. Und dort ist zu der – im Energiekatalog so hochgelobten – Elektro-Speicherheizung dies zu lesen:

 

 

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen – erstmals in der Geschichte des Klima-Lügendetektors können wir RWE voll und ganz zustimmen! Dass der Konzern trotzdem versucht, den Leserinnen und Lesern seines „Energiekatalogs“ unwirtschaftliche und ökologisch problematische Heizungen anzudrehen, kann man wohl nur als versuchte Ankurbelung des Stromabsatzes erklären.

Danke an Udo H. aus Düren für den Hinweis


RWE: Eiskalte Imagepflege

Freitag, den 10. April 2009

Die von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt konzipierte Imagekampagne für RWE treibt seltsame Blüten – neuerdings auch Eisblumen. Der Essener Energiekonzern ließ im März elf Mitarbeiter für zwei Wochen in die Antarktis reisen – und präsentiert deren Selbsterfahrungstrip nun unter dem Motto „VoRWEg gehen und sich aktiv für den Klimaschutz engagieren“ auf einer eigens eingerichteten Internetseite.

screenshot - schiff im eismeer mit rwe-slogan 

Wow, die auserwählten RWEler durften an einer „Leadership Expedition“ mit Robert Swan teilnehmen, nach eigenen Angaben „einer der führenden Motivationstrainer der Welt“. Swan lief als erster Mensch zu Fuß zum Nordpol und zum Südpol, er engagiert sich seit Jahren für den Schutz der Antarktis und gründete das Projekt 2041. Dessen Name bezieht sich auf das Jahr, in dem der Antarktisvertrag ausläuft, der den Kontinent vor Ausbeutung und Umweltzerstörung schützen soll. Regelmäßig bietet Swan Expeditionen nach King George Island nahe der Antarktischen Halbinsel an, auf denen die Teilnehmer unter anderem für die Themen Recycling, Ressourcenschonung und Klimaschutz sensibilisiert werden sollen.

Dabei plagen den charismatischen „Polarforscher und Umweltführer“ offenbar keinerlei Berührungsängste. Zu seinen Sponsoren zählen neben Coca-Cola der Ölkonzern BP – und eben RWE. Die Mitarbeiter des Konzerns beziehungsweise dessen englischer Tochter bauten an Swans Feldstation zwei kleine Windräder auf. Im Gegenzug lobt der Klimamahner seine Gönner per Videobotschaft in höchsten Tönen: „Wie auch RWE hatten wir die Wahl: Wir hätten den herkömmlichen, den bekannten Weg gehen können (…). Aber nein: Wie RWE haben wir uns entschlossen, etwas zu wagen und anders zu agieren als andere. Die RWE-Mitarbeiter vertreten ein führendes Unternehmen der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie. Nun weitet RWE seine Vorreiterrolle auf das Gebiet der erneuerbaren Energien aus.“ Dann erklingt ein Popsong: „Wir haben nur eine Chance, lass sie uns ergreifen. Wir haben nur eine Chance die Welt zu retten.“

Ausgerechnet RWE! Der dreckigste Stromversorger Deutschlands, der bei Erzeugung jeder Kilowattstunde durchschnittlich 816 Gramm CO2 freisetzt. RWE ist zudem größter CO2-Verursacher Europas und baut derzeit nahe Düsseldorf die größte CO2-Schleuder des Kontinents. Solche neuen Kraftwerke laufen übrigens weit über das Jahr 2041 – hohe Treibhausgasemissionen werden mit solchen Projekten über Jahrzehnte zementiert. Führende Klimaforscher fordern deshalb ein Kohlemoratorium, der Nasa-Klimaexperte James Hansen nannte neue Kohlekraftwerke kürzlich Todesfabriken.

Aber was haben denn nun die RWE-Mitarbeiter in der Antarktis gemacht? In einem Blog berichteten sie von Begegnungen mit Seeleoparden und bedankten sich artig bei Robert Swan.

Um die Erderwärmung und deren Verursacher ging es offenbar nur oberflächlich. Kostprobe: „Heute haben wir die Lösungen für den Klimawandel diskutiert und die Rolle, die Politiker, Unternehmen und wir alle haben, wenn wir von unserer Abhängigkeit vom CO2-intensiven Leben loskommen wollen. Dann sind wir wieder mit den Schlauchbooten raus…“

Danke an H. für den Hinweis