Entega: Klimakampagne mit bezahlten Bloggern
Montag, den 5. Dezember 2011Der Markt für Ökostrom ist mittlerweile hart umkämpft. Fast 200 Anbieter mit mehr als 350 verschiedenen „Ökostrom“-Produkten buhlen laut einer aktuellen Umfrage um Kundschaft. Zu denen, die am lautesten klappern, gehört Entega. Das ist die Vertriebstochter des südhessischen Regionalversorgers HSE und nach eigenen Angaben Deutschlands zweitgrößter Ökostrom-Lieferant (40 Prozent an der HSE aber hält noch der Atom- und Kohleriese Eon).
Jedenfalls versucht Entega seit Jahren, mit – nunja – eigenwilligem Marketing auf sich aufmerksam zu machen. Mal lässt man Schneemänner für Klimaschutz demonstrieren (und karrt dafür Kunstschnee und bezahlte Hostessen heran), mal ein Atommüll-Fass durchs Land rollen (wobei der Versorger bis 2008 auch Akw-Strom verkaufte und somit am Endlagerproblem nicht ganz unschuldig ist).
„Wir waren Teil des Problems“, gibt Entega zu und verspricht, „jetzt wollen wir Teil der Lösung sein“. Das PR-Budget eines etablierten Großunternehmens ist da natürlich ein hübsches Hilfsmittel. So sponsert Entega den Fußball-Bundesligisten Mainz 05 ebenso wie den deutschen Werbeagenturverband ADC. Zum Klimagipfel in Durban hat die Firma nun ungefragt die CO2-Emissionen von Angela Merkel durch ein Aufforstungsprojekt kompensiert – und damit auch möglichst viele Leute davon erfahren, hat Entega ein Trickfilmchen produziert.

Soweit, so platt. Wir wollen hier auch nicht – nochmal - darauf hinweisen, dass Waldprojekte zur CO2-Kompensation unter Experten und Umweltverbänden umstritten sind. Sondern mal schauen, wie Entega sich seine Kampagne unter die Leute bringt. Deutschlandweit wurden die Betreiber von Blogs (darunter auch wir) von dem Vermarkter E-Buzzing angeschrieben. Ob wir nicht, so die Frage, über die Aktion berichten wollen. Wollten wir natürlich und fragten nach Details.
Das Angebot folgte prompt: Wer den Entega-Spot auf seinem Blog poste, bekomme 6 Cent für jeden Klick auf das Filmchen. Reihenweise haben sich bereits Blogger offenbar darauf eingelassen. Oft ohne die bezahlte Werbung zu kennzeichnen. Auffällig ist zudem, wie positiv der Tenor der Blogtexte zum Film ist. Die Erklärung dafür könnte dieser Passus in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von E-Buzzing sein: Der Blogger solle

Gern hätten wir das Briefing zur Entega-Kampagne gelesen. Und dann vielleicht verstanden, wo genau der Klimanutzen der ganzen Aktion liegt. Oder ob es vor allem um Aufmerksamkeit für Entega geht. Und warum es vielleicht moralisch vertretbar sein könnte, dass Blogger sich für Texte bezahlen lassen, die sie nach Vorgaben von Kunden verfassen – ohne dies transparent zu machen. Gekaufte Blogposts sind nämlich ebenso weit verbreitet wie umstritten, in den USA hat bereits der Gesetzgeber darauf reagiert.
Um aber das Briefing zur Kampagne zu bekommen, hätten wir uns erst bei E-Buzzing registrieren und die zitierten AGB bestätigen müssen. Das – bzw. uns an irgendwelche Vorgaben halten – wollten wir dann doch nicht. Genauso wenig wie ein Honorar von Entega für diesen Text.
Danke an Anika S. aus Aachen für den Hinweis
P.S.: Von unseren Leserinnen und Lesern hingegen lassen wir uns gern bezahlen, Details gibt es hier.







Und damit in München wirklich jeder Depp merkt, wie ökomäßig Siemens jetzt drauf ist, hat das Unternehmen der Stadt ein tolles Geschenk gemacht:
und zwar, wie Siemens betont – ganz „ohne jegliche chemischen oder biologischen Zusätze“. Nur Strom und Wasser brauche man.
Dass 
Sie verursachten „keine direkten CO2-Emissionen“, heißt es präziser auf den Werbezetteln aus dem Baumarkt. Denn indirekt verursachen Elektroheizungen sehr wohl Kohlendioxid, ein Großteil des Stroms kommt hierzulande schließlich aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken.
2009 schluckte Vattenfall die ganze Firma. Auf Druck der EU-Wettbewerbsbehörde musste der schwedische Energieriese aber 


Das Hauptmotiv der neuen Anzeigenkampagne der Rewe-Handelsgruppe ist ganz hübsch: Eine Kleinfamilie steht da mit ihrem gefüllten Einkaufswagen auf einem Waldweg, vor ihr ein großer Holzlaster, die Trucker gucken verblüfft: „Unsere Kunden bewegen mehr als ihren Einkaufswagen“, lautet der Slogan dazu. Der zweitgrößte Lebensmittelhändler Deutschlands will sich so als Adresse für „verantwortungsvollen Einkauf“ empfehlen. Nachhaltigkeit, heißt es
dort hat man Imagewerbung und Kaufimpulse tatsächlich sehr intelligent miteinander verbunden. Mit billigen Energiesparlampen lockte toom Kunden in die Filialen, schaltete dazu auf Seite 1 der Bild eine große Annonce. Für 99 Cent wurden da Lampen aus „Energieeffizienzklasse A“ angepriesen – doch tatsächlich zeigte und verkaufte toom schlechtere Energiesparlampen der Klasse B. Daraufhin ging die 



Unter der Überschrift „Da geht uns ein Licht aus“
Donnerwetter! Sind wir etwa alle von den Lobbyisten der Energiesparlampenindustrie oder totalitären EU-Bürokraten betrogen worden? Ist das Glühlampenverbot in Wahrheit eine heimliche Maßnahme zur Energieverschwendung? Komisch nur, dass die von Brigitte Werneburg zitierte Behörde auf ihrer Website schreibt:


