Archiv des Themas ‘Mobilität‘

Porsche und VW: Hybride nur für Spritschlucker

Montag, den 1. März 2010

Fortschritt komme von oben, behaupten Audi, Mercedes & Co. gern, ohne die deutschen Sport- und Oberklasselimousinen gäbe es keine Innovationen beim Auto. Nur dort bezahle der Kunde teure, neue Technik, die später dann der breiten Masse des automobilen Pöbels nütze. Mit solchen Argumenten versuchen die deutschen Hersteller zu begründen, warum sie auch in Zeiten des Klimawandels unbedingt noch ihre zu großen, schweren, leistungsstarken Gefährte bauen müssen.

porsche_gthybridAuch beim diesjährigen Autosalon in Genf wird das Märchen wieder aufgetischt. Porsche zum Beispiel präsentiert dort seinen GT3 R mit Hybridantrieb. Statt der gewohnten Stromakkus speichert ein Schwungrad Energie, um sie beim Beschleunigen wieder abzugeben. Die ohnehin üppigen 480 PS aus dem regulären Sechs-Zylinder-Motor werden so um weitere 163 PS aufgestockt. Der Wagen „verbindet Effizienz und Performance auf intelligente Weise“, zitiert  auto, motor und sport den Porsche-Manager Hartmut Kristen. „Auf der Rennstrecke … erproben wir unter härtesten Bedingungen neue Technologien für künftige Straßenautos.“ Das kann glauben, wer will. Wir gehen jede Wette, dass man den Schwungrad-Hybrid auf absehbare Zeit nicht wird kaufen können. Das ramponierte Porsche-Image poliert er trotzdem auf – und lenkt ab von der rauen Realität: In den USA drohen der Firma ab 2016 drastische Strafen für seine Spritschlucker.

Was Porsche-Kunden in diesem Jahr tatsächlich ordern können, ist lediglich der überschwere Geländewagen Cayenne mit Hybrid. Unter der Haube hat dieser aber bloß die bei anderen Marken längst verfügbare Elektro-Technologie – übernommen vom Touareg der Mutter Volkswagen. vw_cayenne_hybridMit diesem versuchen nun auch die Wolfsburger, der zweiten Generation ihres Straßenpanzers etwas grüne Tünche zu verpassen.

Irgendeinen Nutzen für Massenfahrzeuge a la Polo oder Golf haben diese angeblichen Technikvorreiter bislang nicht. Die japanische Konkurrenz hat währenddessen mit dem Honda Insight längst einen familientauglichen Hybrid für 20.000 Euro im Angebot, der nur halb soviel Kohlendioxid emittiert wie der Touareg/Cayenne-Zwilling. Und ein paar Schritte entfernt von den Messeständen von Porsche und VW stehen in Genf bereits die erstenkleinen Serien-Elektroautos. Echter Fortschritt kommt eben von unten.


JET: Tanken mit Arktik-weißer Weste

Dienstag, den 23. Februar 2010

„Schlauer ist das!“, lautet der Slogan der Tankstellenkette Jet. Seit Wochen wirbt sie in Anzeigen, etwa in Spiegel und Stern, für „klimaneutrales Tanken“: Wenn die Kunden pro Liter Sprit zwei Cent extra zahlten, lege Jet nochmal 2,5 Cent drauf – das ganze Geld fließe in Klimaprojekte, arktik_jet_2wo dann genau jene Menge Kohlendioxid eingespart werde, die eine Tankfüllung verursache. Simsalabim.

Die Idee ist nicht besonders neu, vor allem bei Flugtickets ist diese sogenannte Klimakompensation bereits weit verbreitet. Jets Partner, die neugegründete Firma Arktik, will es nun Autofahrern ganz einfach machen – bei jeder Bezahlung mit der Arktik-Tankkarte werde automatisch der entsprechende Klimabeitrag abgebucht. Doch simpel  heißt nicht immer gut. Denn nach Ansicht von Klimaschützern, sollte die Kompensation von Treibhausgasen immer nur der letzte von drei Schritten sein: Vermeiden, Reduzieren, Kompensieren – heißt es auch auf der Arktik-Website. Deren „CO2-Einspartipps“ aber wirken reichlich lapidar. Man möge Dachgepäckträger nach Gebrauch wieder abschrauben, heißt es beispielsweise – nicht erwähnt werden dagegen viel wirksamere Dinge, etwa das Umsteigen auf kleinere Autos. „Ein Blick auf die Straßen zeigt, dass es einfach viele Menschen gibt, die das nicht wollen oder können“, sagt Geschäftsführer Florian Skiba. Deshalb konzentriere man sich auf den dritten Schritt, und letztlich sei doch ein CO2-Ausgleich besser, als gar nichts zu tun.

Man mache „ein grundsolides Angebot“, betont Skiba. Bei der CO2-Kalkulation würden auch die oft vergessenen Emissionen aus Ölförderung und Raffinierien berücksichtigt. Die unterstützten Klimaprojekte – Windparks in China zum Beispiel oder holzsparende Kocher in Senegal – genügten dem Gold Standard, der vom WWF mitgetragen wird. (Allerdings werden sie lediglich von unabhängigen Gutachtern verifziert und nicht – wie manche Umweltschützer verlangen – im Rahmen der UN zertifiziert.) Der große Haken am Arktik-Angebot ist ein anderer: Zwei Cent pro Liter sind zu wenig, als dass es schmerzt – für einen Euro mehr beim Tanken wird niemand auf ein sparsameres Auto umsteigen oder ganz aufs Fahren verzichten. Stattdessen werden die meisten Kunden wohl weiterrasen – nun aber mit grünem Gewissen. Alle anderen Probleme des Autos werden bei der CO2-Kompensation sowieso ausgeblendet, etwa Lärm, Stau, Feinstaub, Verkehrstote, die Endlichkeit des Erdöls oder auch die übliche Naturzerstörung bei Tankerunglücken.

Für Jet ist das Ganze ein unbezahlbarer Image-Gewinn – zu überschaubaren Kosten. Der Sprithändler kann sich als öko-bewusst präsentieren, auf den Punkt bringt es eine Grafik auf der Arktik-Website:

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Aber, Moment. Gehört Jet nicht zu ConocoPhillips? Anfang der neunziger Jahre stand der US-Konzern in der Kritik, weil er im Yasuni-Nationalpark am Amazonas nach Öl bohren wollte (nach öffentlichem Druck zog sich die Firma zurück). Heute ist ConocoPhillips im besonders klimaschädlichen Abbau von Ölsanden aktiv. Und gerade erst vergangene Woche trat der Konzern bei USCAP aus, einem Klimabündnis von US-Unternehmen – Beobachter werteten das als Rückschlag für das heftig umkämpfte Klimaschutz-Gesetz von Präsident Obama. Während also die Konzernmutter ConocoPhillips in Amerika wenig ökologisch handelt, steht Tochter Jet in Deutschland als grünes Unternehmen da.

Florian Skiba sagt: „Was ConocoPhillips in den USA machen, kann ich aus den mir vorliegenden Informationen aktuell nicht einschätzen.“ Vom Austritt aus der Klimainitiative habe er erst durch unsere Anfrage erfahren, zu etwaigen Konsequenzen wollte er nichts sagen. „Wir prüfen die Situation.“ Auch der Pressesprecher von Jet mochte die Geschäftspolitik des US-Mutterkonzerns nicht kommentieren, erfolglos habe er bei der Zentrale in Houston/Texas um ein Statement gebeten. Offenbar will sie sich nicht äußern.

Schlauer ist das.

Danke an Sabine P. für den Hinweis


Olympia: Grüngefärbte Spiele in Vancouver

Montag, den 15. Februar 2010

Das hatten die Olympia-Organisatoren wohl nicht gemeint, als sie dieses Jahr in Vancouver „grüne Spiele“ versprachen: Wegen des ungewöhnlich warmen Winters waren Wälder und Pisten bis vor wenigen Tagen tatsächlich noch ziemlich grün, mit Hubschraubern und 170 Lastwagen wurde Schnee herangeschafft – bis gerade noch rechtzeitig zum Start der Spiele natürlicher Schneefall einsetzte.

Nein, das örtliche Organisationskomittee VANOC hatte eine umwelt- und klimaschonende Großveranstaltung versprochen.

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„Nachhaltigkeit stand im Zentrum all unseres Handelns“, erklärte etwa VANOC-Chef John Furlang, „so haben wir eine neue Stufe nachhaltigen Auftretens erklommen.“ Auf der Olympia-Website werden etliche Einzelmaßnahmen gefeiert: Sportstätten in Energiespar-Architektur zum Beispiel oder das „Carbon Managment Program“ zur Senkung und Kompensation von CO2-Emissionen, die Sieger-Medaillen wurden teilweise aus Altmetall gefertigt. Doch alle Sparmaßnahmen zusammen haben den „CO2-Fußabdruck“ des Großereignisses um gerade einmal 15 Prozent reduziert, wie sogar die Organisatoren einräumen. In der Werbung ist zwar von „CO2-neutralen“ Spielen die Rede, doch die Organisatoren gleichen nur die direkten Treibhausgas-Emissionen an anderer Stelle aus – für die schätzungsweise 130.000 Tonnen Kohlendioxid, die allein durch die Anreise Zehntausender Zuschauer entstehen, sollen diese selbst sorgen.

„Die Spiele in Vancouver sind nicht so grün, wie sie hätten sein können“, kritisiert deshalb David Suzuki, einer der diesjährigen Träger des Alternativen Nobelpreises. Seine Stiftung hat die Öko-Bemühungen detailliert bewertet und VANOC lediglich eine Bronzemedaille zugebilligt. Reihenweise verschenkten die Organisatoren ökologische Möglichkeiten: Zwar werden durchaus Busse und Bahnen genutzt, zugleich aber für Milliardensummen Autobahnen neu- und ausgebaut – das hat führt langfristig zu mehr Autoverkehr und CO2-Emissionen. Die Organisatoren feiern sich für die Verwendung von Recycling-Papier, ließen aber für Straßen und Sportstätten Zehntausende von Bäumen fällen. Im Internet haben Olympia-Kritiker ökologische Vor- und Nachteile der Spiele zusammengestellt – ihre Ökobilanz kommt auf drei Plus- und 29 Minuspunkte.

olympia_vancouver2Besonders peinlich ist – wie schon beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen – die Auswahl der Sponsoren. So darf sich beispielsweise Petro-Canada in Vancouver als Förderer präsentieren – und ein grünes Image hat die Firma auch wirklich nötig: Im vergangenen Jahr nämlich fusionierte sie mit dem Konzern Suncor, gemeinsam ist man nun der weltgrößte Förderer von Öl aus Teersanden. Diese besonders dreckige Technologie ist nach Ansicht etwa des WWF eine Klimasünden ohne Gleichen. Ein zweiter Hauptsponsor, die Royal Bank of Canada (RBC), ist nach Angaben von Umweltschützern einer der größten Finanziers der Teersand-Ausbeutung.

Auch die olympische Autoflotte wird von Sponsor General-Motors schamlos zur Grünfärberei genutzt: Um die Spiele „so grün wie möglich“ zu machen, habe man „nur die besten“ Fahrzeuge nach Vancouver gebracht.

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Doch unter den mehr als 4.000 gesponserten Autos sind nur ein paar Hundert Elektro-, Hybrid-, Wasserstoff- oder Biodiesel-Fahrzeuge. Das Fachblatt Auto-Bild hat genau nachgezählt: 2.398 der vermeintlich klimaschonenden Olympia-Autos sind ganz normale, benzinfressende Riesen-Geländewagen.


Klimagipfel Kopenhagen: Versager als Sponsoren

Montag, den 7. Dezember 2009

COP15_LOGO_web_shAls „wichtigste Konferenz seit dem zweiten Weltkrieg“ hat der britische Regierungsberater Sir Nicholas Stern den UN-Klimagipfel in Kopenhagen bezeichnet. Für Mark Grundy ist es „die weltgrößte Gelegenheit fürs Klimamarketing in den nächsten vier Jahren – mindestens“. Grundy ist PR-Berater bei der weltweit agierenden Agentur Edelman, und bereits im Oktober 2008 riet er seinen Kunden, in Kopenhagen präsent zu sein, um im „grünen Image-Krieg“ zu punkten.

Die Autokonzerne Mercedes-Benz, BMW, Volvo und Honda haben – bewusst oder unbewusst – seinen Rat befolgt. Sie können sich nun schmücken, „Sponsor“ der Konferenz zu sein. Ja, richtig: Automarken dürfen bei der UN-Konferenz zur Rettung der Welt als Sponsoren auftreten! Was sie dafür tun müssen? Ganz einfach, sie brauchten dem Gastgeber, dem dänischen Außenministerium, bloß ein paar Limousinen zur Verfügung stellen.

Natürlich fahren Marketingprofis nicht irgendwelche Fahrzeuge  bei einer Klimakonferenz auf. Vielmehr repräsentieren die Autos „eine breite Spanne der Wege, wie die Sponsoren die Klima-Herausforderung angehen“, so die Konferenzwebsite. Die Volvos zum Beispiel werden mit Stroh-Sprit betankt, der aus einer gerade fertig gestellten Fabrik für Bioethanol der zweiten Generation nahe Kopenhagen stammt. Honda spendiert sein Hybridauto „Insight“, und BMW führt seinen „Hydrogen 7“ vor (den der Spiegel einmal einen „grünen Schluckspecht“ nannte – und den neuesten Meldungen zufolge auch der Konzern selbst als Irrweg erkannt hat). Mercedes schließlich hat Brennstoffzellen-Fahrzeuge nach Kopenhagen bringen lassen, die an der jüngst eröffneten ersten Wasserstoff-Tankstelle Dänemarks tanken – und darüber hinaus zehn Mercedes-Benz S 420 CDI Guard, „das erste in Serie produzierte gepanzerte Auto mit Dieselmotor“ (280 Gramm CO2/Kilometer).

Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen bemüht sich die dänische Regierung, den Gipfel so „grün“ wie möglich zu gestalten. Doch, so heißt es, bei der Auswahl von Fahrzeugen, die den Sicherheitsstandards der Staatsgäste entsprächen, seien dem Gastgeber weitgehend die Hände gebunden gewesen.

Wirkliche Klimaschützer sind die vier Autokonzerne jedenfalls nicht. Im wahren Leben, also jenseits ihrer Vorzeigelimousinen, ist die Klimabilanz nämlich lausig. Mercedes-Neuwagen beispielsweise stoßen (im Durchschnitt der 2008 in Deutschland verkauften Neuwagen) satte 188,7 Gramm CO2 pro Kilometer aus, bei Volvo sind es 186,6 Gramm. BMW kommt immerhin auf 160,2 Gramm, Honda liegt bei 154 Gramm. Bei der Erfüllung ihres vor gut zehn Jahren selbstgesetzten Zieles, nämlich bis 2008 den Ausstoß ihrer gesamten Neuwagenflotte auf  140 Gramm CO2 pro Kilometer zu senken, haben sie alle versagt.

Mit der gleichen Logik könnte sich die Weltgesundheitsorganisation WHO von Tabakriesen sponsern lassen – sofern diese auch ein paar Light-Zigaretten im Programm haben.


Peugeot iOn: 100 % verkürztes Denken

Donnerstag, den 12. November 2009

Herrje, wie oft muss man es noch sagen? Elektroautos sind höchstens so gut, wie der Strom mit dem sie fahren. Die potenziell gute Klimabilanz eines Strom-Smart oder Elektro-Mini wird dadurch versaut, dass sich Mercedes ausgerechnet RWE als Partner ausgesucht hat und BMW mit Vattenfall kooperiert. Beide Stromriesen setzen auf die besonders schädliche Braunkohle und investieren noch heute Milliarden in Kraftwerke mit exorbitantem CO2-Ausstoß – Elektroautos mit solchem Drecksstrom sind unterm Strich sogar noch klimaschädlicher als Kleinwagen mit sparsamen Dieselmotoren.

Heute nun hat Peugeot in der Süddeutschen Zeitung mit einer großen Anzeige für sein Modell iOn geworben, das Ende 2010 auf den deutschen Markt kommen soll.

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Und im Kleingedruckten heißt es:

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Hui, dachten wir, verkauft Peugeot sein Auto etwa zusammen mit einem Liefervertrag bei einem echten Ökostrom-Versorger? Leider nicht,wie ein Anruf bei Peugeot Deuschland ergab. Welcher Strom getankt wird, sei Sache des Kunden, so der Firmensprecher. Und „das ist doch logisch“, dass man in der Werbung nur auf den Kohlendioxid-Ausstoß direkt am Auto guckt.

„100% elektrisch. 100% echt“, lautet der Peugeot-Werbeslogan. „100% verkürztes Denken“, müsste man wohl ergänzen.


Deutsche Bahn: Öko-Ticket mit altem Eon-Strom

Mittwoch, den 4. November 2009

Endlich mal schöne Schlagzeilen gab es diese Woche für die Deutsche Bahn, endlich mal ging es nicht um Preiserhöhungen, Achsprobleme oder die Nachwehen irgendwelcher internen Affären. Die Süddeutsche Zeitung etwa titelte auf Seite 1:

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Auch SpiegelOnline, focus.de, Hamburger Abendblatt und viele andere Medien berichteten, dass Firmenkunden der Bahn künftig „CO2-freie Bahnreisen“ buchen können. „Wir als Deutsche Bahn wollen gemeinsam mit den Vorreitern unter unseren Großkunden ein Zeichen setzen, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Umweltschutz voranzubringen“, wurde Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg zititert. Firmen wie Deutsche Post, SAP, McDonalds oder BP hätten sich bereits für das Produkt entschieden. Das Prinzip: Für die vertraglich vereinbarten Geschäftsreisen berechnet die Bahn im Voraus den benötigten Strom, dieser werde dann „zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen“ eingekauft und in das Bahnstromnetz eingespeist. Am Jahresende erhielten die Kunden eine Bescheinigung über die vermiedene CO2-Menge. Für eine Fahrt Berlin-Frankfurt/Main (regulärer Preis: 111 Euro) betrage der Aufschlag 76 Cent.

Keine schlechte Sache. Doch bekanntlich hängt der Nutzen fürs Klima davon ab, woher genau der Ökostrom kommt. Wird er nämlich aus Anlagen bezogen, die seit langem saubere Elektrizität erzeugen, dann ist das neue Angebot ein reiner Verschiebebahnhof: Die Bahn würde Ökostrom kaufen, der bisher ins normale Netz floss – dadurch würde zwar ihr Strommix (bislang vor allem Kohle und Atom) etwas grüner, aber halt der Strommix im restlichen Netz im selben Maße schlechter.

Doch anscheinend hat kein einziger der berichtenden Journalisten am Montag nach der Herkunft des Stroms gefragt. Als nämlich wir diese naheliegende Frage an die Bahn richteten, hieß es lediglich, die Energie stamme aus inländischen Wasserkraftanlagen. Erst heute, zwei Tage später, gab es eine substanziellere Antwort: Der Wasserstrom stamme von Eon.

Nun besitzt der Stromriese tatsächlich eine Menge Wasserkraftwerke, vor allem in Bayern – doch die sind teilweise seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Betrieb. Die saubere Elektrizität für die Bahn, heißt es bei Eon auf Anfrage, komme aus sechs Anlagen an der mittleren Donau, die allesamt aus den sechziger und siebziger Jahren stammen. Im Klartext: Eon verkauft den sauberen Strom, den man ohnehin erzeugt, künftig an die Bahn (vermutlich etwas teurer) – bei Privatkunden tut man das übrigens schon länger.

Der Bahn war dieses Problem offensichtlich bewusst. Dort bemüht man sich durchaus, den klimaschonenden Verkehrsträger Bahn noch grüner zu machen – im Rahmen eines „DB Eco Program“ soll der CO2-Ausstoß bis 2020 um zwanzig Prozent sinken. Weshalb es am Ende der Presseerklärung zum „Öko-Ticket“ dann noch heißt:

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Doch die Details dazu, erklärte Bahnsprecher Andreas Fuhrmann, seien noch offen. Weder habe man entschieden, in welche Neuanlagen investiert werde, noch ob das im Bereich der Bahn geschehe oder gemeinsam mit Partnern (dem Atom- und Kohlekonzern Eon etwa?). Auch sei nicht absehbar, um welche Summen es überhaupt geht. Zehn Prozent der Zusatzeinnahmen, verspricht Fuhrmann, flössen jedenfalls in diesen Neuanlagen-Fonds.

Um bei dem Beispiel zu bleiben, das die Bahn selbst wählte: Ein reguläres „Öko-Ticket“ Berlin-Frankfurt kostet 111,76 Euro – zehn Prozent des Aufschlags wären 7,6 Cent. Bedeutet: Sensationelle 0,07 Prozent des Preises würden tatsächlich in zusätzlichen Klimaschutz investiert. Ganz schön wenig Geld für ganz schön große Schlagzeilen.

Danke an Anja L., Thomas R. und viele andere für die Hinweise

P. S.: In einem umfangreichen Schreiben, das wir hier gern auszugsweise widergeben, hat die Bahn auf unseren Beitrag reagiert. Das Unternehmen betont, der fürs Öko-Ticket eingekaufte Strom werde wirklich „on top“ beschafft, also zusätzlich zur ohnehin geplanten Aufstockung von sauberer Energie am Bahnstrommix. Und weiter: „Bestehende Wasserkraftwerke sind derzeit die einzige zuverlässige Ökostrom-Quelle für die von der DB benötigten Mengen, denn EEG-geförderter Strom muss ins öffentliche Netz eingespeist werden und steht de facto nicht zur Verfügung. Die DB beschafft ihren Wasserstrom auf der Basis viertelstündlicher Bezugs-“Fahrpläne“ aus festgelegten Kraftwerken und nicht über die Strombörse. Der Lieferantenkreis ist grundsätzlich nicht begrenzt, und die DB geht auf Grund der hohen Nachfrage davon aus, dass die zusätzlich durch Umwelt-Plus generierte Nachfrage nach regenerativ erzeugtem Strom mittelfristig zusätzliche Investitionen jenseits des EEG in erneuerbare Energien auslösen wird.“

Bei dem zehnprozentigen „Neuanlagenbonus“ habe sich die Bahn „an mehreren Ökostromversorgern orientiert, bei denen der Investitionsanteil in Neuanlagen ebenfalls bei rund 10 % des Umsatzes liegt. Der Unterschied zwischen DB und einem Stromhändler liegt allerdings darin, dass die wesentlichen Kostenblöcke eines Bahnunternehmens die Infrastrukturkosten, das Personal und die Abschreibungen auf Fahrzeuge und Anlagen sind. Die DB „liefert“ eben eine Reise und nicht nur den Strom dazu. Insofern führt ein Vergleich des scheinbar mickrigen Neuanlagenbonus mit dem Preis für die gesamte Reise etwas in die Irre. Wenn der Bäcker Ökostrom von ‚naturstrom‘ bezieht, ist der Ausbau der regenerativen Energien im Strompreis enthalten. Und deswegen wird man auch vom Bäcker nicht erwarten können, dass er darüber hinaus jeden Tag 10 % des Brotpreises für Windräder oder Photovoltaikanlagen abzweigt.“

Anmerkung der Redaktion: Das „o.k. Power“-Label für empfehlenswerten Ökostrom fordert einen Neuanlagenanteil von 33 Prozent, aber natürlich gibt es auch viele Anbieter mit niedrigerer Quote.


Audi & VW: Grüner wird’s nicht?

Mittwoch, den 14. Oktober 2009

In der Werbung wie in der Politik gibt es eine Devise: Aussagen müssen nicht unbedingt richtig sein; wenn man sie nur oft und laut genug wiederholt, dann wird schon etwas hängenbleiben davon.

Üppige 32 Seiten haben die Werbeabteilungen von Volkswagen und Audi in der aktuellen auto, motor und sport gekauft (Listenpreis pro Seite: 37.500 Euro zzgl. MwSt). In geballter Form versuchen die beiden Konzerne da, ihr Image grünzufärben. audivw_amspoloIn malerischer Landschaft, zwischen Wiesen und Wäldern, zeigt VW seine angeblich sauberen und sparsamen Modelle – die wir alle auch schon genauer betrachtet haben: Den Polo BlueMotion etwa, den es ausschließlich mit der finanziell besonders unattraktiven Trendline-Ausstattung zu kaufen gibt – und in der besonders sparsamen (3,3 l/100 km) noch gar nicht. audivw_amsgolfDen Golf BlueMotion, den Sie in keinem Autohaus zur Probe fahren können. Die Passat-Versionen BlueTDI und BlueMotion, bei denen niemand versteht, warum man in Wolfsburg den besonders sauberen Diesel, der bereits die Abgasnorm Euro 6 erfüllt, und den besonders sparsamen Diesel, der immerhin auf 114 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß kommen soll, in zwei unterschiedlichen Modellen anbietet statt sinnvoll in einem. audivw_amspassat2Warum sind die CO2-Emissionen der VW-Neuwagenflotte so mies, wenn es – wie die Werbung suggeriert – nur Sparwunder gibt? Weil es bei der Masse der Standardmodelle so gut wie keine Bewegung gibt und die Wolfsburger für ihre BlueMotion-Pakete Aufpreis verlangen. Das ist prima für die Rendite, aber nicht fürs Klima.

In kühlem Silbergrau und unter dem Slogan „100 Jahre Vorsprung durch Technik“ präsentiert sich 20 Seiten später Audi. audivw_ams_q7Dort wird der Monster-Geländewagen Audi Q7 als Ökoauto beworben – dabei ist der „TDI clean diesel“ nicht Ausdruck von besonderer Innovationskraft, sondern notgedrungene Folge strenger US-Abgasnormen. Bei dem Modell funktioniert zwar die Reduzierung der Stickoxide, aber beim CO2-Ausstoß liegt der Q7 weiter jenseits von Gut und Böse. audivw_ams_etronDer gegenwärtigen Mode folgend präsentieren die Ingolstädter auch ein Elektroauto („Bei diesem Wagen müssen Sie auf nichts verzichten – außer auf Kraftstoff“), das es längst noch nicht gibt.

Vollends grotesk wird es, wo Audi sein Streben nach Effizienz durch energiesparende Fahrzeuglampen (!) zu untermauern versucht:

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Bei solcherlei  Kosmetik ist es eigentlich kein Wunder, dass Audis CO2-Flottenwert zu den schlechtesten der deutschen Automarken gehört: 176 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer stießen die im Jahr 2008 neu zugelassenen Audi-Fahrzeuge im Durchschnitt aus. Das ist „Rückstand durch Technik“.


RWE: Autostrom aus unbekannter Quelle

Freitag, den 18. September 2009

Stets „voRWEg gehen“ möchte der Essener Energieriese RWE nach eigener Darstellung, weswegen der Konzern nun auch damit beginnt, in deutschen Großstädten Ladestationen für Autostrom zu installieren. In Berlin gibt es laut Unternehmenswebsite bereits 56 E-Tankstellen, bis 2010 sollen es stolze 500 sein – obwohl bundesweit 2008 gerade einmal 1436 Elektroautos zugelassen waren. Und fast alle neuen E-Wagen, um die etwa auf der Automesse IAA so viel Wind gemacht wird, sind bisher lediglich Prototypen. Trotzdem lässt RWE in einer aufwändigen Werbekampagne schon mal „Super-Ingo“ für sich auftreten.

Nach Angaben des Unternehmens gehen „die RWE-Experten … davon aus, dass schon 2020 bis zu 2,5 Millionen Elektro-Autos auf Deutschlands Straßen fahren werden“. Das ist – gelinde gesagt – sehr optimistisch. Nach Prognosen des Instituts für Entsorgung und Umwelttechnik (IFEU) und der Bundesregierung werden in elf Jahren nur rund eine Million E-Autos unterwegs sein. So oder so wird die Elektromobilität fürs Klima vorerst ziemlich egal bleiben. Selbst im RWE-Szenario würden 2020 immer noch mehr als 90 Prozent der hierzulande zugelassenen PKW mit Verbrennungsmotoren fahren. „Kurzfristig und in der nahen Zukunft ist von Elektromobilität kein nennenswerter klimaschützender Beitrag zu erwarten“, so Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte bei Greenpeace.

Die wichtigste Frage ist freilich, woher der Strom für die Elektroautos kommen soll. RWE wirbt neuerdings mit „100 Prozent Strommengen aus regenerativen Energiequellen“, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass sich die Vorstellung des neuen Projekts „e-mobility Berlin“ vor ziemlich genau einem Jahr, bei der RWE und Daimler stolz einen neuen stromgetriebenen Smart präsentierten, ziemlich schnell als grüne Nebelkerze erwies. Denn: Fährt ein E-Smart mit Strom aus dem konventionellen RWE-Mix, stößt dieser sogar mehr CO2 aus als das gleiche Modell mit Dieselmotor.

Doch selbst wenn der neue Autostrom tatsächlich ausschließlich aus erneuerbaren Quellen stammt, bedeutet das nicht automatisch einen Nutzen fürs Klima. Einen positiven Klimaeffekt haben Elektroautos nämlich nur, wenn für sie auch wirklich neue Ökostromkapazitäten installiert wurden. Andernfalls würde der grüne Autostrom ja lediglich aus dem bisherigen Energiemix ausgekoppelt, andere Kunden bekämen dann einfach etwas dreckigere Elektrizität. Ohnehin sollte man Ökostrom dort verwenden, wo er am meisten Kohlendioxid vermeiden kann – und das ist eher nicht der Autoverkehr. Wenn grüne Elektriztität etwa in Haushalten den bisherigen Strom aus Braunkohlekraftwerken ersetzt, wird vermutlich mehr CO2 vermieden, als wenn ein Elektroauto damit ein paar Kilometer fährt und das Benzin spart. Wir hätten zu gern gewusst, woher genau der RWE-Autostrom denn nun stammt. Unsere Frage danach ließ das Unternehmen leider unbeantwortet.

Auch Eon hat bereits ein eigenes Projekt mit E-Minis in Bayern gestartet. Dort hieß es in einer Pressemitteilung zum Start, die Fahrzeuge sollten mit „vorzugsweise regenerativ erzeugtem Strom“ versorgt werden. „Wir wissen selbst noch nicht, mit welchem Strom die Tankstellen in Zukunft betrieben werden könnten“, sagte Eon-Sprecher Stefan Pursche auf Anfrage und war damit wenigstens ehrlich. „In den nächsten drei bis vier Jahren wird sich auf dem Elektroautomarkt ohnehin nicht viel tun.“ Zwar sei vorstellbar, künftige Eon-Tankstellen mit Erneuerbaren zu versorgen, aber „man muss ja nicht alles erneuerbar machen“, so Pursche.

In der Tat. Vor allem dann nicht, wenn man hier und dort noch Kohlekraftwerke herumzustehen hat – oder für seine hochprofitablen Akw von einer möglichen schwarz-gelben Bundesregierung grad eine Laufzeitverlängerung geschenkt bekommen hat.

Danke an Christian B. für den Hinweis


VDA: Neusprech für Klimakiller, Lektion 2

Montag, den 14. September 2009

Diese Woche beginnt in Frankfurt/Main die IAA, alle zwei Jahre trifft sich dort die Branche zum Schaulaufen. Und weil inzwischen nicht einmal die deutsche Autoindustrie mehr am Thema Klimawandel vorbeikommt, hat sie grad ihre Website „Unsere Autos“ runderneuert. Vor ein paar Wochen berichteten wir darüber und baten unsere LeserInnen, sich doch dieses Wunderwerk der Grünfärberei genauer anzuschauen. Hier also, pünktlich zur IAA, Teil 2 des „Neusprech für Klimakiller“.

Auf der Internetseite steht zum Beispiel:

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Übersetzung: „Es ist zwar schon zehn Jahre her, dass Volkswagen dieses – damals ziemlich teure – Öko-Auto auf den Markt brachte. Und bereits vor fünf Jahren wurde der Lupo 3L TDI wieder aus dem Programm genommen. In den letzten Jahren konzentrierte VW sich eher auf Spritschlucker wie Phaeton, Touareg und Tiguan. Aber mit dem Trick eines ‚Zeitstrahls‘ können wir dieses Versagen kaschieren und den Lupo präsentieren, als habe er gerade eben die Drei-Liter-Marke geknackt.“

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Übersetzung: „Die Zahl klingt schön, nicht wahr!? Und ist eine prima Ablenkung davon, dass die deutschen Autofirmen Emissionssenkungen auch besonders nötig haben. Unsere Fahrzeugpalette stößt nämlich deutlich mehr Kohlendioxid aus als die der ausländischen Konkurrenz. Fiat, Renault oder Toyota beispielsweise haben schon lange niedrigere CO2-Flottenwerte als Audi, BMW, Ford, Opel, Mercedes, VW oder gar Porsche. Dies zeigt auch immer wieder der Branchenvergleich der Umweltdachorganisation Transport&Environment.“

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Übersetzung: „In der Tat, niemand ist effizienter beim Verhindern strenger Klimavorschriften für Autos als der deutsche Lobbyverband VDA. Durch massiven Druck ist es etwa gelungen, die von der EU geplante Grenze von 120 Gramm pro Kilometer für Neuwagen ab 2012 zu verhindern. Dank bester Kontakte kämpfte sogar die Klima-, äh, Autokanzlerin Merkel ‚mit aller Härte‘ an der Seite von Audi, BMW & Co. gegen die Vorschläge von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas.“

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und weiter:

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Übersetzung: „Der letzte Satz ist völliger Quark. Wird aber keiner merken. Denn natürlich hat der Luftwiderstand Einfluss auf den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß, doch ‚die größten Reserven‘ liegen ganz woanders: zum Beispiel in kleineren Motoren – die gerade bei deutschen Herstellern üblichen PS-Zahlen braucht kein Mensch, und längst könnte es flotte Autos mit nur drei Zylindern geben. Vor allem aber beim Gewicht – doch das würde ein komplettes Umdenken der Branche bedeuten, die deutschen Firmen bauen offenbar am liebsten Straßenpanzer wie den VW Touareg.“

Doch am dreistesten ist wahrscheinlich dies:

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Übersetzung: „Wir präsentieren auf unserer Website ein bisschen technischen Schnickschnack, um von einer Riesensauerei abzulenken. Vor zwei Jahren, anlässlich der letzten IAA, versprachen wir zwar, auf Kohlendioxid als umweltfreundliches Kältemittel umzusteigen. Heute interessiert uns das nicht mehr. Statt das im Überfluss verfügbare, sichere, billige und klimaschonende CO2 bald in den Klimaanlagen unserer Autos einzusetzen, favorisieren wir gefährliche Chemikalien. Zum Glück bekommt das außer der Deutschen Umwelthilfe und einigen Journalisten des ARD-Magazins Kontraste (hier ihr Film) kaum jemand mit.“

Danke an Sabine P., Barbara M. und Gunhild P. für die Hinweise


VW: Rasen für den Klimaschutz

Sonntag, den 30. August 2009

Klar, die Annonce soll eine Provokation sein: „Ändern Sie nicht Ihren Fahrstil, ändern Sie Ihr Auto“, lautet der Claim der Annonce, mit der Volkswagen beispielsweise im Stern und im Focus für seinen neuen Golf GTD geworben hat. Dabei ließen sich gerade im Raserland Germany allein durch vernünftigeres Autofahren eine Menge Treibhausgase einsparen – das Bundesverkehrsministerium spricht von einer möglichen Senkung des Spritverbrauchs um bis zu 25 Prozent, um fünf Millionen Tonnen pro Jahr könnte der deutsche Kohlendioxid-Ausstoß so insgesamt sinken.

vw_golfgtd1_klVolkswagen aber glaubt auch im Jahr 2009 noch, Werbung fürs Rasen machen zu müssen. In der Annonce brettert der Golf Turbodiesel eine malerische Küstenstraße entlang. Sein 170-PS-Motor verbrauche „kombiniert nur 5,3 l/100 km“, versprechen die VW-Werber. „Und das bei einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h“.

Nur: Bei flotter Fahrweise schluckt der Renndiesel locker 8,5 Liter auf hundert Kilometer, wie es in einem Testbericht der Auto, Motor und Sport heißt. Der angegebene Kohlendioxid-Ausstoß von 139 Gramm pro Kilometer ist dabei illusorisch. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält die Annonce deshalb für „falsch und irreführend“ und hat beim Landgericht Braunschweig eine Einstweilige Verfügung wegen Verstoßes gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb beantragt. Die Werbung sei „der zynischste Beitrag aller Autobauer zur aktuellen Klimadebatte“, schimpft DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. „Volkswagen suggeriert, dass ein geringer Spritverbrauch bei 222 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich sei.“ Statt auf eine zukunftsfähige Modellpolitik setze der Wolfsburger Konzern „auf suggestive Falschaussagen“, um den Kunden übermotorisierte Autos aufzuschwatzen, die „bei der beworbenen lustbetonten Fahrweise“ dem Klima unnötig viel schadeten.

VW habe zuvor die Unterschrift unter eine Unterlassungserklärung verweigert, so die DUH. Die Kunden wüssten, habe die Antwort des Konzerns gelautet, dass sich offizielle Verbrauchsangaben nicht auf die Höchstgeschwindigkeit bezögen – und würden die Werbung schon richtig verstehen.

Was den Aufruf zum Rasen betrifft, hat Volkswagen da sicherlich recht.