Archiv des Themas ‘Forschung‘

Steinkohleverband: Tricksen ist nachhaltig

Dienstag, den 9. Juni 2009

Mit diesen Worten hat der Gesamtverband Steinkohle (GVSt) die neueste Ausgabe seiner Info-, äh, Faltblatt-Reihe „Fakten – Analysen – Argumente“ überschrieben:

Donnerwetter!! Das ist ja ’ne dolle Nachricht!

So werden die Kohlelobbyisten auch gedacht haben, weshalb sie den gesamten Text gleich noch als bezahlte PR-Meldung von der Nachrichtenagentur dpa verschicken ließen. Kohlestrom, stand da weiter, habe „nachhaltig und langfristig geringere soziale Kosten“ als „viele erneuerbare Energien“. Zu diesem Ergebnis sei ein breites, EU-gefördertes und von 66 Universitäten, Instituten und Organisationen getragenes Forschungsprojekt namens NEEDS gekommen.

Das hat uns natürlich neugierig gemacht. Also suchten wir auf der Internetseite des Forschungsverbundes nach den Details zur Meldung. Details fanden wir tatsächlich zuhauf – NEEDS scheint ein wahres Mammutprojekt gewesen zu sein, mehr als vier Jahre wurde geforscht, mehr als zwei Dutzend, oft Hunderte Seiten dicke Berichte gibt es auf der Website – aber keine einzige Studie, die die spektakuläre Aussage der Kohlelobby unterfüttert.

Also, Anruf beim Verband in Essen. Der Sprecher bestätigt denn auch gleich: „Nein, Sie haben nichts übersehen.“ Es gebe keine Studie, die der Meldung zugrunde liegt. Man habe die Ergebnisse selbst „ausgewertet“, die auf dem Schlussworkshop von NEEDS in Brüssel vorgestellt wurden, vor allem einen Vortrag von Professors Rainer Friedrich von der Universität Stuttgart.

Ein weiterer Anruf, diesmal in Stuttgart, lässt dann die Propagandablase des GVSt platzen. Ja, ja, heißt es beim dortigen Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung, es hätten schon einige verwunderte Journalisten nachgefragt. Aber dass Kohle „nachhaltig“ sei, das „hat nie jemand gesagt“.

In der Tat handelte der Vortrag, den Professor Friedrich in Brüssel hielt, von den Kosten verschiedener Energieträger, da wurden Investitions- und Betriebs- und andere Ausgaben für Wind-, Atom-, Solar-, Kohle- und anderen Kraftwerken verglichen, und es wurden auch die sogenannten externen Kosten betrachtet – also Umwelt- oder andere Schäden, die bei der Stromerzeugung angerichtet werden, für die aber außer der Natur bisher niemand zahlt. Mit nebenstehenden Worten fasst der Steinkohleverband den ganzen Vortrag zusammen.

Und diese Formulierung deutet dann schon auf den wesentlichen Haken an der ganzen Sache: Die Kohlekraftwerke, die angeblich so supergut abschneiden, die gibt’s noch gar nicht – denn die Technologie zur Abscheidung und unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid (CCS) ist noch längst nicht einsatzreif. Alle heutigen Kohlekraftwerke (und auch die gegenwärtig neu in Bau befindlichen) gehen bekanntlich ohne CCS ans Netz. Deshalb schneiden real existierende Kohlekraftwerke alles andere als „überdurchschnittlich gut“ ab.

Aus dem zwanzigminütigen Vortrag von Professor Friedrich hat sich der Steinkohleverband eine Grafik herausgepickt und auf seinem Faltblatt nachgedruckt (links). Beim Blick in das Originalmanuskript aber wird schnell klar, dass es das (für die Kohle) vorteilhafteste Häppchen aus der gesamten Arbeit ist. In einer anderen Grafik über externe Kosten beispielsweise schneidet die Kohle von allen Energieträgern am schlechtesten ab:

Und blickt man nicht auf das Jahr 2025, sondern auf 2050, dann sieht die Kohle miserabel aus. Selbst mit der hochgepriesenen CCS-Technologie liegt Kohlestrom auf dieser Grafik nur noch im Mittelfeld – und Braun- bzw. Steinkohlekraftwerke ohne CO2-Abscheidung landen ganz am linken Rand, also an vorletzter und letzter Stelle:

„Die Umweltschäden bei Kohlekraftwerken sind hoch“, sagte uns Professor Friedrich noch, und zwar „höher als bei allen anderen untersuchten Energieträgern.“ Außerdem werden Kohlekraftwerke selbst mit CCS noch größere Mengen an gesundheitsschädlichen Stoffen wie Feinstaub ausstoßen.

Aber wieso schneiden sie dann bei den „sozialen Kosten“, wie der Kohleverband schreibt, „überdurchschnittlich“ ab? Weil unter diesen wissenschaftlichen Begriff auch Betriebs- und Investitionskosten fallen – und da sind Kohlekraftwerke nunmal erheblich billiger als beispielsweise Solarzellen. Wenn die Kohlelobby das nachhaltig nennt, so Rainer Friedrich, dann „ist das natürlich problematisch“. Tatsächlich findet sich nirgends in Friedrichs Vortrag und auch nicht (wie der Gesamtverband Steinkohle in seiner Mitteilung suggeriert) im Namen des NEEDS-Projekts das Wort „nachhaltig“ (englisch: sustainable) – der Lobbyverband hat sich also offenbar einfach einen eigenen Nachhaltigkeitsbegriff kreiert. Das sollen dann wohl die Anführungszeichen in der Überschrift bedeuten – und nicht, wie man denken soll, äh, könnte, ein Zitat aus dem Forschungsprojekt kennzeichnen.

Letzter Anruf beim Gesamtverband Steinkohle: Ist denn der verbreitete Text oder die Überschrift mit Herrn Friedrich abgesprochen? Der Sprecher schweigt, atmet tief, sagt dann „Nein“. Aber für den Nachdruck von Friedrichs Grafik, betont er, dafür habe man selbstverständlich die Genehmigung eingeholt.

Danke an Hanjörg P. aus Leipzig für den Hinweis


RWE: „Fundierte Zweifel“ am Klimawandel

Mittwoch, den 1. April 2009

RWE ist ein verantwortungsbewusstes Unternehmen. Sagt RWE. Deshalb kümmert sich RWE echt ganz doll um die Minderung seines Treibhausgasausstoßes. Sagt RWE. Und damit die Öffentlichkeit das glaubt, investiert Europas größter Kohlendioxid-Verursacher viele Millionen in seine Werbung.

Doch wenn sie unter sich sind, dann reden die Leute von der Kohleindustrie – so scheint es – ganz anders. Matthias Hartung ist Vorstandsmitglied der RWE Power AG und dort zuständig für „Braunkohlengewinnung, -stromerzeugung und -veredelung“. Im Mai vergangenen Jahres hielt er auf dem 40. Delegiertentag des Rings Deutscher Bergingenieure in Essen einen sogenannten Festvortrag. Die Rede wurde im Juli 2008 in der Zeitschrift des Verbandes nachgedruckt. Dort kann man deshalb nachlesen, was Hartung im Kreise seiner Kohlekumpel zum Klimawandel sagte:

Der Anstieg des Ausstoßes von CO2 wird mit einer Veränderung des Weltklimas in Verbindung gebracht, von der jedenfalls eine Mehrheit der mit dem Thema befassten Wissenschaftler wohl überzeugt ist. Ich will an dieser Stelle die durchaus fundierten Zweifel an der These, dass die gemessenen Veränderungen des Klimas vorwiegend vom Menschen verursacht sind, nicht diskutieren. Das wäre ein eigener Vortrag. Es ist aber wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, dass es solche Zweifel gibt und vielleicht ganz andere Zusammenhänge zum Klimawandel führen. Das muss man sich vor allem dann vergegenwärtigen, wenn man abwägt, welcher Aufwand eigentlich angemessen ist, um den Klimawandel zu stoppen, wie es heißt. Es könnte ja sein, dass weltweit hunderte von Milliarden Dollar oder Euro ausgegeben werden, um Techniken und Verbrauchsgewohnheiten zu ändern, und am Ende stellt man fest: Das Klima wandelt sich weiter, weil wir die Ursache nicht richtig erkannt haben. Aber das wäre, wie gesagt, ein eigener Vortrag.

Gern hätten wir gewusst, welche „fundierten Zweifel“ am menschengemachten Klimawandel Matthias Hartung denn meint. Wie seine persönliche Abwägung dessen, was in Sachen Klimaschutz „eigentlich angemessen ist“, denn ausfällt. Oder wie dieser kaum verhohlene Klimaskeptizismus eines RWE-Spitzenmanagers zu den grünen Imagekampagnen der Kohlelobby und des Unternehmens passt. Die RWE-Pressestelle in Essen erklärte aber lediglich, man möge den Vortrag bitte „nicht zu ernst nehmen“. Man gehe „schon davon aus, dass der Klimawandel durch CO2 verursacht wird“. Wolle aber doch festhalten: „Es hat niemand den hundertprozentigen Beweis.“

Klar. Nun verstehen wir auch besser, warum RWE immer noch munter Kohlekraftwerke baut.

Danke an ein Mitglied des RDB für Überlassung der Zeitschrift


RWE: Die Wahrheit unterm Algenteppich

Dienstag, den 17. Februar 2009

Die Imagekampagne von Europas größtem Kohlendioxid-Verursacher läuft und läuft und läuft. Nun schmückt sich RWE mit einer launigen Anzeige voller Algen.

In der großformatigen Annonce geht es um ein klitzekleines Forschungsprojekt, das im November 2008 im RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem nahe Köln startete – aber von „Forschungsprojekt“ oder „Pilotanlage“ oder „mögliche Zukunftsoption“ steht da nichts. Nur: „Im Innovationszentrum Kohle arbeiten Millionen Algen für ein besseres Klima.“ Und das kann alles bedeuten. In Wahrheit hängen dort auf etwa 600 Quadratmetern in einer Art Gewächshaus durchsichtige Plasteschläuche, in denen Salzwasseralgen schwimmen, die mit Kohlendioxid aus den Abgasen des Kraftwerks „gefüttert“ werden. Bescheidene 700.000 Euro lässt sich der Milliardenkonzern dieses Gemeinschaftsprojekt mit der Jacobs Universität Bremen und dem Forschungszentrum Jülich kosten. Auch eine bunte Werbebroschüre hat RWE dazu aufgelegt.

Das Einfangen von Kohlendioxid durch Algen ist gerade sehr angesagt unter den Energieriesen – auch BP, Eon und Shell haben ähnliche Projekte gestartet. Die Algenbiomasse soll in einem zweiten Schritt zu Treibstoffen verarbeitet werden. Nur ist das bisher dermaßen teuer, dass es sich laut Shell erst ab einem Rohöl-Preis von etwa 800 Dollar rechnet – dem Zwanzigfachen des gegenwärtigen Niveaus. Zudem wird der Klimanutzen des Alternativkraftstoffes durch die energieintensive Entwässerung und Trocknung der Algen geschmälert. „co2-frei“, wie die Konzerne gern behaupten, wird der Algensprit sowieso nicht: Denn in ihm wäre ja Kohlendioxid gebunden, das vorher im Kraftwerk aus fossiler Kohle freigesetzt wurde. Dank der Algen würde das Klimagas eben nur ein bisschen später frei.

Vor allem aber fehlt die wohl wichtigste Information zum Niederaußem-Projekt in der RWE-Anzeige: Wie groß das Ding überhaupt ist. In der Werbebroschüre findet sie sich, allerdings ziemlich klein auf Seite 6, rechts unten:

Zum Vergleich: Nach Angaben des WWF verursacht das Kohlekraftwerk Niederaußem jährlich mehr als 27 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Die 12 Tonnen, die von den großspurig beworbenen Algen innerhalb eines ganzen Jahres aufgefangen werden, stößt RWE in Niederaußem also in weniger als 20 Sekunden aus.


Steinkohleverband: Manipulative Energie

Donnerstag, den 18. Dezember 2008

Der Gesamtverband Steinkohle (GVSt), in dem die deutschen Grubenunternehmen zusammengeschlossen sind, gibt jedes Jahr eine dicke Hochglanzbroschüre heraus. „Kompetenz in Sachen Kohle“ steht in großen Lettern auf dem Titelblatt des Jahresberichtes 2008. Ein paar Zeilen des 88-seitigen Papiers widmen sich der Klimawissenschaft, und hier zeigt der GVSt vor allem Kompetenz im Tricksen.

Schon der erste Satz, dass „wieder Ruhe eingekehrt“ sei „in der klimawissenschaftlichen Diskussion“, ist eine schräge Behauptung – nach wie vor werden in Nature, Science und anderen Fachzeitschriften praktisch ununterbrochen neue Forschungsergebnisse präsentiert und diskutiert. Erst vor ein paar Tagen veröffentlichten Wissenschaftler wieder neue, alarmierende Befunde über den Rückgang des Eises in der Arktis. Von Beruhigung kann da keine Rede sein. Die globale Mitteltemperatur von „Mitte 2008″ habe sich gegenüber „Anfang 2007 … sogar um 0,5 Grad abgekühlt“, schreibt der GVSt – und suggeriert, das sei etwas Ungewöhnliches. Doch aus solchen Schwankungen „zeichnet sich“ überhaupt nichts „ab“, schon gar nicht „immer deutlicher“. In Wahrheit ist der langfristige Erwärmungstrend ungebrochen.

Im folgenden Satz kommt es dann ganz dicke. Die Behauptung, dass „treibhausbedingte Klimaänderungen … eher am unteren Ende“ der vom Weltklimarat IPCC genannten Prognosen „stattgefunden“ hätten „bzw. stattfinden werden“, versucht die Steinkohlelobby mit einer Tabelle zu belegen.

Damit alles überzeugender wirkt, gibt es auch noch eine Grafik dazu.

Was denn davon zu halten sei, haben wir Stefan Rahmstorf gefragt, Professor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und einer der deutschen IPCC-Mitautoren. Die Szenarien der Wissenschaftler, sagt Rahmstorf, seien von der Kohlelobby „völlig falsch dargestellt“ worden, außerdem vergleiche man „Äpfel mit Birnen“. In der Tat: Ein Vergleich zurückliegender Messdaten mit Prognosen, die für die Zukunft abgegeben wurden, sagt herzlich wenig aus. Denn die IPCC-Prognosen beziehen sich ja gerade auf künftige Jahrzehnte, die anders sein werden als die zurückliegenden. In denen nämlich der erwartete (bzw. befürchtete) steigende Konzentration von Treibhausgasen zu einem weiteren Ansteigen der Temperaturen führen wird. Dass in der Vergangenheit (bei logischerweise weniger Treibhausgasen in der Atmosphäre) auch der Temperaturanstieg so niedrig war, dass er sich eher am unteren Ende der künftigen Prognosen bewegt, das ist so banal, dass wir uns schon fragen, wie die Steinkohlefritzenexperten überhaupt glauben konnten, daraus einen überzeugenden Beweis für die falsche Arbeit von Klimaforschern stricken zu können.

Stefan Rahmstorf weist auf seinem eigenen Klimablog noch auf weitere Fehler hin: Die Vorhersage aus dem 2001er IPCC-Bericht habe der GVSt schlicht falsch widergegeben (0,58 Grad pro Dekade statt der korrekten 0,53) – die Differenz klingt klein, macht aber über die Jahrzehnte das gelbe Feld in der Grafik deutlich größer. Zudem seien bei den Messwerten für die Vergangenheit Daten aus der Troposphäre gezeigt worden, die aber lägen stets niedriger als an der Erdoberfläche – durch diesen Trick liegen die blaue und die rote Linie besonders weit unten. „Der Steinkohleverband hatte zwei Möglichkeiten“ für seine Tricksereien, resümiert Rahmstorf, „die IPCC-Szenarien nach oben ‚pushen‘ oder die Messdaten nach unten. Beide hat er genutzt.“

Danke an Gerd R. aus Berlin für den Hinweis

P.S.: Wenn wir aus den vergangenen zwölf Monaten und den fast hundert bisher beleuchteten Fällen einen auswählen müssten als „Klima-Lügner 2008″ – dieser wäre unter den Favoriten. Denn die Grafik des Steinkohleverbandes ist keine der üblichen, der kleinen oder großen Politiker-, Lobbyisten- oder Werbe-Flunkereien. Für die oben beschriebene Grafik muss man sich nicht nur intensiv mit Klimatologie beschäftigen bzw. selbst Wissenschaftler sein, sondern auch eine ganze Menge manipulativen Ehrgeiz aufbringen.


Berliner Morgenpost & Die Welt: Hurrikan „Ulli“ wieder aufgetaucht

Dienstag, den 9. September 2008

Die Devise ist so alt wie der Journalismus: Wenn Du Aufsehen erregen willst, dann vertritt eine schräge These! Schreib das Gegenteil vom Konsens! Leg Dir das Image eines Querdenkers zu!

Wenn also alle Welt nach New Orleans schaut und auf den heranziehenden Hurrikan „Gustav“, dann macht sich nichts besser als ein Text mit der Überschrift „Die Mär von immer mehr Hurrikans“. Ulli Kulke, Wissenschaftsredakteur beim Axel-Springer-Verlag, hat einen solchen vergangene Woche in der Welt veröffentlicht, leicht abgewandelt („Gibt es wirklich mehr Stürme?“) vor ein paar Tagen auch in der Berliner Morgenpost. Die zweifellos spannende Frage wird darin mit Verweis auf trübe Quellen und wenig aussagekräftige Statistiken in gewünscht aufsehenerregender Weise beantwortet. Ähnliches war uns übrigens schon bei einem anderen Text des Kollegen aufgefallen.

Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat auf seinem Blog den neuen Text von Ulli Kulke en detail auseinandergenommen. Besser könnten wir es auch nicht, weshalb wir einfach Rahmstorfs Beitrag zur Lektüre empfehlen. Sein Fazit: „Bei einem derartigen Artikel hat der normale Zeitungsleser praktisch keine Chance, sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden.“


Erwin Huber (CSU): Lügen für die Atomkraft

Montag, den 28. Juli 2008

CSU-Chef Erwin Huber hat am Wochenende der Bild am Sonntag ein Interview, äh, „Heimatgespräch“ gegeben.

Passend zur Überschrift ließ sich Huber von Starfotograf André Rival vor einem Akw ablichten. „Vergleichbares hat sich seit der Katastrophe von Tschernobyl im April 1986 kein deutscher Spitzenpolitiker getraut“, kommentierte Spiegel Online. In dem Interview geht es erst um Hubers „harte Kindheit“ und seine Zeit in der Freiwilligen Feuerwehr – und schließlich um die Atomkraft:

Huber gelingt hier das Kunststück, in drei Sätzen vier Lügen bzw. Halbwahrheiten über die Atomkraft unterzubringen:

Erstens sind (auch wenn es bisher keine Katastrophe wie in Tschernobyl gab) die deutschen Akw nicht sicher - Listen von gravierenden Störfällen gibt es auf den Internetseiten von Greenpeace und den Ärzten für die Verhütung des Atomkriegs.

Zweitens ist Atomstrom nicht „CO2-frei“ – eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums ermittelte 31 bis 61 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde, je nach Herkunft des Urans.

Drittens ist Atomstrom keine „heimische Energiequelle“ – sämtliches Uran für die deutschen Akw muss importiert werden.

Viertens ist Atomstrom nicht der „preisgünstigste, den es auf der Welt gibt“ – sondern nur durch milliardenschwere Subventionen und die Freistellung der Betreiber von den Risiken überhaupt konkurrenzfähig (eine Übersicht findet sich beispielsweise bei Eurosolar oder in einem englischsprachigen Greenpeace-Papier).

Auf die Bitte nach Belegen für Hubers Behauptungen bat die CSU-Pressestelle erstmal um schriftliche Einreichung der Fragen. Am Nachmittag kamen dann die – ebenfalls schriftlichen – Antworten: Erstens habe Erwin Huber in dem Interview doch auch gesagt, dass die Risiken der Kernkraft „beherrschbar“ seien, „der Treibhauseffekt ist es nicht“. Zweitens, ja, es gebe schon Kohlendioxid-Emissionen bei der Atomkraft, aber eben weniger als bei anderen Arten der Energieerzeugung. Etwas komplizierter ist die CSU-Logik zu Punkt 3: Weil Akw (rein volumenmäßig) weniger Brennstoffe bräuchten als Kohlekraftwerke, stehe bei der Atomkraft „die Technologie der Energiegewinnung im Vordergrund“ – und „die Technologie der deutschen Kernkraftwerke stammt aus heimischer Produktion“. Viertens schließlich seien die deutschen Akw längst  abgeschrieben, deshalb fielen – anders als bei neu zu bauenden – Kohlekraftwerken oder Windparks auch keine „Amortisationskosten“ mehr an.

Toll. Dann sollte man die deutschen Akw doch am besten noch tausend Jahre laufen lassen!

Danke an Roland S. für den Hinweis


Braunkohle-Lobby: stillschweigend korrigiert

Donnerstag, den 3. April 2008

Die PR-Kampagne des Deutschen Braunkohle-Industrie-Verein (Debriv) läuft und läuft; in der ZEIT ist heute dieselbe Anzeige erschienen, die am Montag auch im Spiegel stand. Dieselbe? Moment!

Das ist ein Ausriss aus der Annonce vom Wochenbeginn:

Und das ein Ausriss von heute:

Haben Sie es bemerkt? Das Plädoyer für den Bau neuer Kohlekraftwerke (im Lobbyisten-Neusprech: „effizientere Anlagen“) ist plötzlich verschwunden. Auch auf der Internetseite zur Kampagne findet sich eine – stillschweigend – geänderte Fassung des Anzeigentextes.

Er stammte von Professor Robert Socolow, einem renommierten Klima-Experten der US-Universität Princeton. Beziehungsweise von einem Schweizer Journalisten, der vom Debriv damit beauftragt ist, „Testimonials“ von Wissenschaftlern zum Thema Klima, Energie und Kohle einzuholen und Socolow zuvor schon für andere Auftraggeber interviewt hatte.

Robert Socolow befürwortet in der Tat – wie der Debriv – die umstrittene CCS-Technologie zur Abtrennung und unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid. Allerdings wird die frühestens 2020 großtechnisch einsatzfähig sein. Schon heute aber wollen Mitgliedsfirmen des Debriv wie Mibrag, RWE oder Vattenfall in Deutschland neue Kohlekraftwerke bauen – die dann auf Jahrzehnte riesige Mengen Kohlendioxid ausstoßen werden. Die millionenschwere Debriv-Kampagne soll ein gutes Investitionsklima schaffen. Auf unsere Nachfrage hin stellte Socolow klar: „Nein, ich unterstütze den Bau neuer Kohlekraftwerke nicht, wenn sie keine CO2-Abscheidetechnik besitzen und es keinen verlässlichen Plan zur Lagerung des Kohlendioxids gibt.“ Doch das hätte in der Debriv-Kampagne nicht so gut gestanden.

Sein Text werde „offensichtlich missbraucht“, hatte Socolow noch gesagt. Montagmorgen baten wir den Debriv-Sprecher um eine Stellungnahme. Er versprach einen Rückruf, der bis heute nicht kam. Aber die – geänderte – Anzeige ist ja irgendwie auch eine Antwort.

P.S.: Fünf Tage nach diesem Text erhielten wir dann doch noch eine E-Mail des Debriv-Sprechers. Darin erklärt er, die ursprünglich erschienene Anzeige sei von dem beauftragten Journalisten mit einer Assistentin von Robert Socolow abgestimmt worden. Auch habe man „deutlich gemacht“, dass der Text in einer „Informationskampagne“ verwendet werden solle. Dass aber deren Auftraggeber den Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland propagiert (den Socolow ablehnt), war im fernen Princeton niemandem bewusst. „In jedem Fall akzeptieren wir die persönliche Meinung von Prof. Socolow, die wir unverfälscht wiedergeben wollen“, versichert uns der Sprecher „mit freundlichem Grüßen und Glückauf“. Deshalb habe man auch Socolows „Präzisierungswünsche“ der „unter Umständen missverständlichen Aussage über die CCS-Fähigkeit neuer Kohlekraftwerke“ übernommen.


Schon wieder die Braunkohle-Lobby: ein "missbrauchter" Kronzeuge

Sonntag, den 30. März 2008

Ein fröhliches „Danke!“ an dieser Stelle an den Deutschen Braunkohle-Industrie-Verein (DEBRIV) in Köln. Seine seit vier Wochen laufende Werbekampagne „Braunkohle. Was liegt näher?“ liefert uns zuverlässig Material – wir hoffen nur, dass es die Leser (noch) nicht langweilt.

Die Kampagne wirbt mit langen Expertentexten und propagiert neue Kohlekraftwerke. Mal lässt sie einen Professor sagen: „Die Abschaffung von Kohlekraftwerken zu fordern, ist nicht sinnvoll.“ Ein anderes Mal heißt es: „Ein Ausstieg aus der Braunkohle wäre ein Weg in eine klimapolitische Sackgasse.“ Die Anzeigen kommen seriös daher, jonglieren aber sehr freihändig mit Zitaten und Fakten. Im neuen SPIEGEL nun lässt der DEBRIV einen überraschenden Kronzeugen auftreten: Professor Robert Socolow von der US-Universität Princeton.

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Socolow ist – im Unterschied zu den vorherigen Kronzeugen des DEBRIV übrigens – ein weltweit renommierter Klimaexperte. Sein Artikel im Magazin Science aus dem Jahr 2004, in dem er die schier übermächtig erscheinende Aufgabe der drastischen Reduzierung des CO2-Ausstoßes in kleine Stückchen („wedges“, zu Deutsch: „Keile“) zerteilte und so ein Szenario für konkrete Klimaschutzmaßnahmen entwarf, ist mittlerweile ein Klassiker der Klima-Literatur.

Deshalb verwundert es, dass Socolow nun ausgerechnet bei der deutschen Kohle-Lobby auftritt. Unten rechts in der Annonce heißt es:

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Eine Nachfrage bei Socolow aber ergibt: „Ich wurde nicht von der deutschen Kohle-Industrie interviewt.“ Er habe nur mit einem Schweizer Journalisten gesprochen, der für die Neue Zürcher Zeitung arbeitet. Über weite Strecken ist der Text eine Wiedergabe von Socolows auch schon auf Deutsch veröffentlichten Thesen: „Schnellstens“ fordert er Maßnahmen zur Senkung des weltweiten CO2-Ausstoßes, zum Beispiel durch Energiesparen oder die Einführung von Vier-Liter-Autos. Ein Teil der Emissionssenkungen, die in den nächsten 50 Jahren geschehen müssten, so Socolow, könne „die Installation von Systemen zur CO2-Abtrennung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) bei 800 großen Kohlekraftwerken“ erbringen.

Auf dieser CCS-Technologie ruht alle Hoffnung der Kohle-Industrie, trotz Klimawandel noch Kraftwerke betreiben zu können. Der Haken: CCS wird frühestens im Jahr 2020 großtechnisch einsatzfähig (und möglicherweise niemals rentabel) sein. Schaut man deshalb auf den Stand neuer Kohlekraftwerks-Projekte in Deutschland, ergibt sich dieses Bild:

derzeit in Bau befindliche Kraftwerke: 5

davon werden mit CCS in Betrieb gehen: 0

weitere Kraftwerke in konkreter Planung: 22

davon werden mit CCS in Betrieb gehen: 0

Auf Nachfrage sagt Robert Socolow denn auch explizit: „Nein, ich unterstütze den Bau neuer Kohlekraftwerke nicht, wenn sie keine CO2-Abscheidetechnik besitzen und es keinen verlässlichen Plan zur Lagerung des Kohlendioxids gibt.“ Die jetzt gebauten Anlagen ohne CCS nämlich haben eine Laufzeit von vier Jahrzehnten – ihr Beitrag zur von Socolow geforderten „schnellstmöglichen“ Emissionsminderung: ebenfalls Null.

Das Klimaproblem lasse sich „nur in Etappen bezwingen“, lässt die Kohle-Lobby ihren unfreiwilligen Kronzeugen in großen Lettern im SPIEGEL sagen. Das Zitat ist zwar korrekt, aber Socolow meint mit seiner Metapher, dass man große Aufgaben in kleine Stücke zerlegen und jeder Bereich einen Beitrag erbringen müsse. In der DEBRIV-Anzeige aber klingt die Aussage, als könne man bestimmte Sachen auch später noch angehen. Das Gespräch, das er mit dem Schweizer Journalisten geführt hat, so Socolow, werde hier „offenbar missbraucht“.

Der Braunkohle-Verband war am Wochenende für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.


Die Welt: Wo bleibt die Erderwärmung?

Mittwoch, den 12. März 2008

Um die sogenannten Klimaskeptiker war es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden – um jene Lobbyisten, Politiker, Journalisten und vereinzelten Wissenschaftler also, die in der Debatte über die globale Erwärmung stets gegen den Strich bürsten. Heute jedoch hob Die Welt sie auf ihre Seite Eins. Neben einem niedlichen Eisbären-Foto fragte sie: „Mehr Schnee, mehr Kälte – wo bleibt die Erderwärmung?“ Beides macht neugierig und tut dem Kiosk-Verkauf sicher gut.

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Im dazugehörigen „Essay“ nahm Welt-Redakteur Ulli Kulke dann eine ziemlich wirr verlaufene Klimaskeptiker-Konferenz in New York und die aktuelle Wetterlage zum Anlass für einen Rundumschlag:

1. Derzeit entstehe eine neue „Graswurzelbewegung gegen die Weltuntergangspropheten“ behauptet der Autor mit Blick auf die New Yorker Konferenz. Allerdings: Organisiert wurde die Konferenz vom Heartland Institute. Das aber ist seit langem als Klimaskeptiker-Thinktank bekannt – und wie die Tatsache, dass es von der Industrie und konservativen Spendern finanziell unterstützt wird. Sieht so eine „Graswurzelbewegung“ aus?

2. Seit neun Jahren lege die Erderwärmung „eine Pause“ ein, schreibt Kulke. Allerdings hat vermutlich kein Klimaforscher je gesagt, dass die Erdtemperatur stetig steigt. Vielmehr gibt es Variationen von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr und von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Kulke bringt – wie viele Klimaskeptiker – kurzfristige Wetterschwankungen mit langfristigen Trends durcheinander. Der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf hat diese Frage auf der Internetseite „Real Climate“ kürzlich ausführlich diskutiert.

3. Auch die jüngsten Wetterdaten sprächen für die Skeptiker, so der Autor: „Die globalen Klimadaten dieses Winters lassen vorerst eine Behauptung nicht mehr zu: dass sich die Erderwärmung immer stärker beschleunige.“ Und weiter: Der vergangene Januar sei weltweit der kälteste seit 15 Jahren gewesen, der Temperatursturz gegenüber dem Vorjahresmonat der steilste seit Aufzeichnung der Wetterdaten. Hierzu sei angemerkt, dass der Vorjahres-Januar, auf den sich der Vergleich bezieht, der wärmste je gemessene war.

4. Sinnvoller als beim Klimaschutz „in falsche Hektik zu verfallen“ sei es, „unsere Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung zu intensivieren, um auf ein mögliches Wiederanspringen der Erderwärmung reagieren zu können, auf mehr Dürren hier und mehr Regen dort“. Diese Wendung überrascht nun doch. „Anstrengungen“ für etwas, was doch eigentlich vermutlich gar nicht stattfindet?

Kulke kritisiert in seinem Text übrigens ausgiebig Friedensnobelpreisträger Al Gore, weil der sich auf der New Yorker Konferenz nicht seinen Kritikern gestellt habe – und das, obwohl ihm ein Honorar von 200.000 Dollar geboten wurde. Ist es heute schon ehrenrührig, auf eine hohe Geldsumme zu verzichten, um seine Zeit für Sinnvolleres zu investieren?

PS: In der Klimalounge („Wissenslogs“ von Spektrum der Wissenschaft) hat Stefan Rahmstorf Kulkes These von der „Pause der Erderwärmung“ inzwischen gründlich unter die Lupe genommen.


Bentley: Hochstapelei mit Biosprit

Freitag, den 7. März 2008

Die Edelmarke Bentley ist bekannt dafür, der britischen Königin ihre Dienstlimousine zu fertigen und in Vergleichstabellen zum Kohlendioxid-Ausstoß stets ganz weit vorn mitzumischen. Doch selbst bei der Luxusmarke aus dem nord-englischen Crewe macht man sich mittlerweile Sorgen um das eigene Image Weltklima. Diese Woche stellte Bentley deshalb auf dem Genfer Automobilsalon eine „Strategie zum Umweltschutz“ vor: Bis 2012, so das vollmundige Versprechen, würden alle Modelle „in der Lage sein, weniger als 120 g/km CO2 auszustoßen“. SpiegelOnline feierte sofort die neuen „Öko-Limousinen“. Bei näherer Betrachtung aber glänzt Bentley so sehr wie eine verrostete Chromleiste.

Auf der Firmen-Homepage gibt es einen eigenen Bereich zum Thema Kohlendioxid.

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Dort kann man sich ein pdf-Dokument herunterladen, in dem wortreich die magere Bentley-“Strategie“ ausgebreitet wird: Der heutige CO2-Ausstoß von bis zu 495 Gramm pro Kilometer soll vor allem durch den Einsatz von Biokraftstoffen der zweiten Generationen erreicht werden, die noch lange nicht in großen Mengen verfügbar sind – und deren Klimanutzen zweifelhaft ist.

In dem Papier schmückt sich das Unternehmen damit, dass ein typischer Bentley pro Jahr nur 11.000 Kilometer gefahren werde, weshalb die absolut ausgestoßene CO2-Menge ja nur bei jährlich 4,4 Tonnen liege. Außerdem sei es eine tolle Leistung, den Kohlendioxid-Ausstoß des Modells Continental im vergangenen Jahr um vier Prozent gesenkt zu haben (auf immer noch rund 400 Gramm pro Kilometer). Durch weitere Detail-Anstrengungen werde man bis 2012 weitere 15 Prozent Reduktion erreichen. Bis dahin solle auch die „Neuentwicklung des Antriebsstrangs“ abgeschlossen sein, der nochmal einen 40 Prozent niedrigeren Kraftstoffverbrauch ermögliche.

Doch auch damit ist Bentley noch nicht bei den versprochenen 120 Gramm (was dem von der EU geforderten Grenzwert entspräche). Deshalb rechnet man noch CO2-Einsparungen mit, die von „Biokraftstoffen der zweiten Generation“ erwartet werden. Diese sogenannten BtL-Kraftstoffe sollen nicht mehr wie heute aus den Saaten von Ölpflanzen (z.B. Raps) gewonnen werden, sondern aus der ganzen Pflanze. Durch die Verarbeitung von Abfallholz oder Stroh, so das Versprechen, werde eine höhere Ausbeute pro Hektar Anbaufläche erreicht und eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion vermieden. Der Haken: An BtL wird zwar intensiv geforscht, in größeren Mengen und zu konkurrenzfähigen Preisen (für Bentley-Kunden vielleicht wirklich nicht so relevant) verfügbar ist der Kraftstoff aber noch lange nicht.

Außerdem deuten neueste Studien auf eine zweifelhafte Ökobilanz von BtL-Kraftstoffen. Wie hoch der CO2-Einspareffekt gegenüber konventionellem Benzin ist, hängt von der Erzeugung der Ausgangs-Biomasse und der Energieintensität der Weiterverarbeitung ab. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Schweizer Regierung beziffert die Einsparung auf höchstens 61 Prozent. Bentley dagegen rechnet großzügig mit „bis zu 90 Prozent“.

Am besten für das Klima wäre es übrigens, betonen der Sachverständigenrat der Bundesregierung in Berlin und die Royal Society in London gleichlautend, wenn die Bio-Kraftstoffe nicht in Autos mit ihren ineffizienten Verbrennungsmotoren vergeudet würden, sondern mit ihnen in modernen Block-Heizkraftwerken Strom und Wärme produziert würde.

Zum Schluss noch ein Bonbon aus dem Bentley-Papier:

In wohlgesetzten Worten legt das Unternehmen dar, warum es ihm schlicht unmöglich ist, Autos mit weniger als den jetzigen 400 bis 500 PS zu bauen: Die eigenen Kunden seien nämlich „einflussreiche Meinungsführer“, die großen Wert legten auf „sozial verantwortliche Entscheidungen“. Und ein Bentley sei eine solche, weil damit Arbeitsplätze im nord-englischen Crewe erhalten werden. Man müsse halt die Verantwortung gegenüber dem Planeten ausbalancieren mit der gegenüber der regionalen Wirtschaft.