Deutsche Bank: Zu wenig wissen

Die Deutsche Bank schaltet derzeit eine Anzeige mit einem wirklich traumhaften Motiv:

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Zu sehen sind die „Gärten an der Bucht“ in Singapur, ein 101 Hektar großes Parkparadies, das dem Meer abgetrotzt wurde. Auf dem Motiv sehen wir die bis zu 50 Meter hohen Super Trees - pflanzenbewachsene Stahlgerüste, die unter anderem der Aufzucht von seltenen Pflanzen dienen. Aber per Photovoltaik gewinnen diese „Superbäume“ auch noch die Elektrizität für Beleuchtung und Kühlsysteme, sie sammeln in ihren offenen „Baumkronen“ Niederschläge zur Bewässerung der Pflanzen. Einige der „Superbäume“ dienen außerdem als Kühltürme für die Klimasysteme der benachbarten Glashäuser, in denen alpine Berg-Flora wie Orchideen, Bromeliengewächse oder Flamingoblumen gezeigt werden – in einem künstlich geschaffenen alpinen Klima, wie es sonst in einer Höhe von bis zu 3.000 Metern über dem Meeresspiegel herrscht.

Ein echter Knaller für Umweltfreunde, irgendwie wie „Ökotopia in echt“. „Das Wissen zu den Anlagetrends von morgen“, lautet der Slogan, den die Deutsche Bank mit diesem real gewordenen Zukunftstraum kombinierte. Und im Kleingedruckten steht dann:

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Sicherlich: Grafisch ist das mit dem Kleingedruckten nicht optimal gelöst. Aber es geht ja ohnehin darum, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den Jahresausblick 2016 zu lenken. Damit der dann sein Geld in “Das Wissen zu den Anlagetrends von morgen“ investiert.

Unsere Bitte: Lassen Sie die Finger davon!

DRINGEND!

Schließlich hört beim Geld der Spaß auf. Tatsächlich nämlich plant die Deutsche Bank eine gigantische Geldvernichtung. Mit Kohlekraftwerken, also dem Gegenteil des Anzeigenmotivs. Wir wollen nicht, dass Sie unter den Opfern sind! Auf den Seiten der Deutschen Bank heißt es:

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Kohlekraftwerke müssen in der Regel 40 Jahre laufen, um sich zu refinanzieren. Nach den Klimabeschlüssen von Paris ist aber klar, dass keines der heute gebauten Fossil-Kraftwerke dann noch am Netz sein kann. Für die „zweite Hälfte des Jahrhunderts“ schreibt das Paris-Abkommen „Klimaneutralität“ vor.

Die Deutsche Bank ist einer der größten Kreditgeber für Konzerne mit großem Kohlendioxid-Ausstoß. Zwischen Jahresbeginn 2012 und Ende 2014 hat die Bank mehr als 1,4 Milliarden Euro Kredite an international tätige Energieriesen wie RWE, Gazprom, Shell, Chevron und Saudi Aramco vergeben. Das geht aus dem Bericht „Dirty Profits“ der Nichtregierungsorganisation Facing Finance hervor. Zum „Wissen zu den Anlagetrends von morgen“ gehört aber: Klimaschädliche Investitionen sind nicht nur klimaschädlich, sie lohnen auch einfach nicht mehr. RWE oder Vattenfall, die in Deutschland ihr Kohlegeschäft loswerden wollen, können davon ein Lied singen!

Wer sich trotz dieses Wissens immer noch so offen zur Kohlefinanzierung bekennt wie die Deutsche Bank, dem sollte man UM GOTTES WILLEN sein Geld nicht mehr anvertrauen.

Unser Tipp für Ihr sauer Erspartes: Wechseln Sie zu einer Zukunftsbank!

PS: Seit Oktober 2011 ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen etliche Euros, um die Recherche auch 2016 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER (besonders, wenn Sie immer noch Kunde bei der Deutschen Bank sind: Dort ist Ihr Geld augenscheinlich eh nicht mehr sicher!)