RWE: Ist das wirklich die kehRtWEnde?

Also, echt, dass wir das noch erleben dürfen! Diese Titelschlagzeile der Süddeutschen Zeitung heute:

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RWE? War das nicht der Konzern, dessen Vorstandschef noch vor dreieinhalb Jahren lästerte, Solarenergie in Deutschland sei so sinnvoll „wie Ananas züchten in Alaska“? Ja, Jürgen Großmann hieß dieser Herr. Der wie ein Bulldozer für die alten Energien kämpfte – und es schaffte, dass Angela Merkels schwarz-gelbe Regierung 2010 den rot-grünen Atomkonsens kündigte. Der viele Milliarden in Kohlekraftwerke versenkte und maßgeblich für die heutige Existenzkrise bei RWE verantwortlich ist. Ende 2008 notierte die RWE-Aktie bei knapp hundert Euro, vor einer Woche waren es noch gut zehn Euro.

Die Lage des Unternehmes ist zu traurig, als dass wir uns Schadenfreude erlauben. Großmanns Nachfolger Peter Terium versucht seit 2012, die Scherben zusammenzukehren, er muss sparen, Unternehmensteile verkaufen, Leute entlassen. Nun, endlich, will er offenbar das Ruder herumreißen und auf das Geschäft mit klimaschonender Energie setzen. Wie ernsthaft er das tut, werden wir genau verfolgen – und beispielsweise gucken, wie es mit dem geplanten Braunkohle-Monster BoA plus im rheinischen Niederaußem weitergeht. Zweifellos hat Terium einen langen Weg vor sich – im vergangenen Jahr lag der Erneuerbaren-Anteil an der RWE-Stromversorgung bei gerade fünf Prozent.

Wir wünschen jedenfalls viel Erfolg bei der kehRtWEnde!