Lügendetektor: Dem Umzug zum Opfer gefallen?

Was war eigentlich die dreisteste Lüge, die jemals enttarnt wurde? „Mein Favorit ist eine Annonce des Bundesverbandes der Braunkohlewirtschaft“, sagte Toralf Staud, einer der Gründer des Klima-Lügendetektors. Im Testimonial-Stil ließ der Bundesverband Fachleute auftreten, die erklärten, warum wir auch die Braunkohle weiter brauchen:

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Abgebildet ist Professor Robert Socolow von der US-Universität Princeton. Dumm nur, dass der Professor nie mit dem Bundesverband gesprochen hat und auch nie die Auffassung vertrat, dass wir Braunkohle weiter brauchen. „Als wir den Professor darauf hinwiesen, wurde die Anzeige schnell geändert“, sagte Staud.

Das war vor drei Jahren: Damals hat die Otto-Brenner-Stiftung den Klima-Lügendetektor als bestes Medienprojekt des Jahres ausgezeichnet. „Der Kampf für die richtige Energiepolitik ist noch lange nicht zu Ende“, sagte Laudator Harald Schumann damals. Deshalb solle der Preis „eine Anregung sein an viele Leser, ein Beitrag zum Fortbestehen des Lügendetektors zu leisten“. Damals hat das sehr geholfen. Tatsächlich beteiligten sich so viele Leser, dass die Arbeit der Journalisten, die hinter dem Projekt stehen, finanziert werden konnte.

Leider ist uns seitdem kein Preis mehr verliehen worden. Und leider sind Sie umgezogen oder haben die Bank gewechselt (was wir, wenn Sie eine „grüne Bank“ gewählt haben, natürlich ausdrücklich begrüßen!). Dabei haben Sie offensichtlich vergessen, den Dauerauftrag für den Klima-Lügendetektor wieder einzurichten.

Jedenfalls fehlt uns Ihr Geld! Ohne neue Unterstützer können wir im neuen Jahr die Arbeit nicht mehr leisten! Oder haben Sie aus anderen Gründen Ihre finanzielle Unterstützung eingestellt? Dann schreiben Sie uns das!