Wildtierstiftung: Klima“skeptiker“ als neuer Chef

Fritz Vahrenholt wird wohl bald viel Zeit haben. Als Vorstand der RWE-Tochter Innogy, in der die bislang eher bescheidenen Aktivitäten des Konzerns auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien gebündelt sind, scheidet er ja Mitte 2012 aus. Sein klima“skeptisches“ Buch Die Kalte Sonne ist auf den Bestsellerlisten schon wieder im Sinkflug, die Zahl der Medienauftritte und Lesungen wird deshalb vermutlich auch schnell zurückgehen. Heute nun wurde sein neuer Job bekannt:

Wir gratulieren Herrn Vahrenholt!

Für eine Stiftung, die laut Selbstdarstellung „Lebensräume von Wildtieren in Deutschland“ erhalten will, gibt es bekanntlich einiges zu tun. Auch und vor allem wegen des Klimawandels. So heißt es auf der Website des Climate Service Center (CSC), das im Auftrag der Bundesregierung die Ergebnisse der Klimaforschung für Deutschland sammelt und aufbereitet:

Und das Bundesamt für Naturschutz schreibt im Internet:

Am Forschungszentrum Biodiversität und Klima in Frankfurt/Main, wo sich mehr als hundert Wissenschaftler mit dem Thema beschäftigen, fand im vergangenen Jahr eine große Konferenz zur Situation in Deutschland statt. Dutzende Vorträge wurden da gehalten, die im Internet nachlesbar sind. Deshalb hier nur ein Schlaglicht – eine Grafik über die Auswirkungen des Klimawandels auf Wildvögel:

Einige Brutvogel-Arten werden durch die Erderwärmung gewinnen, signifikant nimmt lediglich die Verbreitung von Star und Rabenkrähe zu (verzeichnet ganz am rechten Rand der Grafik). Die Zahl der Verlierer-Arten aber ist ungleich größer, deutlich zurückgehen wird demnach die Verbreitung von Singdrossel und Tannenmeise, Bachstelze und Zilpzalp, Feldsperling und Klappergrasmücke, Gartengrasmücke und Jagdfasan, Wintergoldhähnchen und Heckenbraunelle, Waldbaumläufer und Fitis.

Zur Erinnerung: Vahrenholt behauptet in seinem Buch, der Klimawandel werde in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten kein dramatisches Problem werden, einer sinkenden Sonnenaktivität und langfristigen Ozeanzyklen sei dank. Im neuen Job wünschen wir ihm viele neue Erkenntnisse.

Danke an Katrin R. aus Berlin für den Hinweis

P.S. am 29.03.: Im Hamburger Abendblatt hat Fritz Vahrenholt heute schonmal angedeutet, wie er seine künftige Rolle versteht. „Eine Vielzahl der großen Umweltorganisationen wie WWF und Greenpeace kümmert sich um alles Mögliche, von Energiepolitik bis Gesellschaftspolitik, aber der Naturschutz wird nicht mehr hinreichend vertreten“, sagte er dem Blatt. Dabei sei doch ein Verlierer der Energiewende ganz klar „die Natur“, nämlich „durch Vermaisung der Landschaft oder Abholzung von Wäldern für Windkraft- und Solaranlagen“.

Aha. Die Braunkohletagebaue seines bisherigen Arbeitgebers RWE gingen mit der Natur echt voll schonend um.