General Electric: Dreckiger Sex

Heute wollen wir nochmal nach Amerika schauen. Nein, (noch) nicht auf das, was der neue Präsident Barack Obama in Sachen Klimapolitik verspricht. Sondern erneut auf ein besonders „schönes“ Stück Grünfärberei.

Unter dem Label „Clean Coal“ wird auch in den USA sehr intensiv und sehr professionell versucht, gut Wetter zu machen für neue Kohlekraftwerke. Mit von der Partie ist General Electric, einer der größten Kraftwerksbauer weltweit. Inzwischen liefert GE zwar auch Windkraftanlagen – aber natürlich will der Mega-Konzern nicht auf das lukrative Geschäft mit Kohlekraftwerken verzichten. Und weil Sex immer funktioniert, werden sich die Werber von GE gedacht haben, verkaufen wir nun die dreckige Kohle mit straffen Brüsten und Waschbrettbäuchen und legen noch einen flotten Folk-Song drunter. Kein Witz! Sehen Sie selbst:

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Von „emissionsreduzierender Technologie“ ist am Ende des Spots die Rede – was (wie bei der „Clean Coal“-Propaganda üblich) vollkommen offen lässt, ob damit ein paar neue Filterchen gegen Feinstaub gemeint sind oder das (bisher leere) Versprechen, irgendwann einmal mittels CCS-Technologie einen Teil des freiwerdenden Kohlendioxids im Kraftwerk abzufangen.

Deutschland importiert seine Steinkohle übrigens u.a. aus Russland, Südafrika, Kolumbien, China und Indonesien. Über die Arbeitsbedingungen in den dortigen Minen könnte man auch mal einen hübschen Spot drehen. General Electric aber ließ seine sexy Supermodels laut einem Bericht des Magazins Slate nicht unter Tage, sondern in nachgebauten Kulissen ablichten…