Vattenfall: Alibi-Unterschriften fürs Klima

Der Energieversorger Vattenfall („Wasserfall“) hat ein Problem: In Schweden, dem Heimatland des Unternehmens, pflegt es das Image eines vorbildlichen Klimaschützers, doch im Ausland – in Deutschland und Polen – betreibt und baut der gleiche Konzern in großem Stil Kohlekraftwerke. Darüber sind nicht nur viele Schweden empört. Nun hat Vattenfall unter dem Motto „Verbraucher gegen den Klimawandel“ eine aufwändige internationale Kampagne gestartet, um sein angeschlagenes Image zu verbessern.

In großformatigen Anzeigen in der taz und anderen Zeitungen sowie im Internet ruft Vattenfall dazu auf, eine „Klimaunterschrift“ zu leisten (für jede Unterschrift lässt der Konzern seltsamerweise eine Plastikfigur anfertigen). Die „Erklärung“ ist ebenso wohlklingend wie nichtssagend. Viel ist von der „Macht der Konsumenten“ die Rede, die durch „Transparenz und Vergleichsmöglichkeit“ freigesetzt werde. Wer auf „Was heißt das?“ klickt, erfährt:

Im Sinne von „Transparenz und Vergleichsmöglichkeit“ erlauben wir uns zu ergänzen: Bei der Erzeugung von Vattenfall-Strom entstehen in Deutschland laut obligatorischer Stromkennzeichung 655 bis 677 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde. Bei einem Ökostromanbieter wie Greenpeace energy sind es dagegen 0 Gramm. Für einen 4-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch (4430 Kilowattstunden) ergibt sich daraus folgende Möglichkeit zur CO2-Einsparung:

Wechsel von Vattenfall zu einem Ökostromanbieter: 2950 kg CO2/Jahr

Dieser Schritt brächte also dreimal so viel für den Klimaschutz wie alle Vattenfall-Tipps zusammengenommen.